Grazer Forscher finden heraus – Insulin mögliche Ursache für Fettsucht

13.04.10Neuigkeiten aus Graz
Ist Insulin eine Ursache für Fettleibigkeit?

Ist Insulin eine Ursache für Fettleibigkeit?

Fettleibigkeit ist ein gewichtiges Gesundheitsproblem, zunehmend mehr Kinder sind davon betroffen. Forscher der Medizinischen Universität Graz haben in einer groß angelegten Studie an über- und normalgewichtigen Jugendlichen belegen können, dass Insulin unter anderem mitverantwortlich für Fettsucht sein könnte.

Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass optische Nahrungsreize bei übergewichtigen Menschen besonders starke Reaktionen in einem Hirnareal mit einer hohen Dichte von Insulinrezeptoren freigesetzt. Während den Untersuchungen in dieser Studie zeigten die Forscher und Forscherinnen des Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik und dem Department für Radiologie den etwa 25 Testpersonen während einer Kernspintomographie sowohl Fotos mit sehr kalorienhaltigen Lebensmittel, wie etwa Pizza mit Schmelzkäse, und andererseits sehr kalorienarme Nahrung wie etwa Gemüse.

Während der Untersuchung wurden die neuronalen Aktivitäten im Gehirn gemessen, besonders geachtet wurde hier auf die Regionen im Gehirn, die mit Suchtverhalten in Verbindung gebracht werden können. Die Ergebnisse der Untersuchung sprachen eine deutliche Sprache: Übergewichtige Jugendliche reagieren neuronal anders auf Nahrungsreize als normalgewichtige Jugendliche. Je höher der Nüchterninsulinspiegel war, umso stärker zeigte sich nach Stimulation mit Bildern von kalorienreicher Nahrung eine Aktivität im Bereich des Hippocampus.

Bei Personen mit vermehrtem Bauchfett waren die Reaktionen besonders eindeutig erkennbar. Die Forscher erklären das damit, dass Personen mit vermehrtem Bauchfett besonders stark zu einer beginnenden Insulinresistenz neigen, die durch eine verstärkte Insulinproduktion ausgeglichen werden muss. Passend dazu ist die Konzentration von Insulinrezeptoren im Hippocampus besonders dicht: “Insulin scheint die Speicherung von hochkalorischen Nahrungsreizen solcherart zu beeinflussen, dass bei neuerlicher visueller Stimulation ein besonders starker Reiz ausgeübt wird. Dies kann zur Esssucht von stark fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln führen”, so Harald Mangge, der seit 2003 im Rahmen des vom “Zukunftsfonds Steiermark” geförderten Projekts “Styrian Juvenile Obesity Study” übergewichtige junge Menschen untersucht.


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