Grazer SPÖ ohne Führung – Edlinger und Riedler müssen gehen

25.06.10Neuigkeiten aus Graz

Die Grazer SPÖ befindet sich nach dem gestrigen Einschreiten von Landeshauptmann Voves ohne Führung. Sowohl Edlinger als auch Riedler mussten das Handtuch werfen. Die sozialstadträtin war erst 6 Tage zuvor (graz.net berichtete) nur knapp vor ihrem Parteigenossen Wolfgang Riedler an die Spitze der Grazer SPÖ gewählt worden.

Eskaliert ist die Situation bei der Nennung des neuen Stadtrates für Kultur. SPÖ intern konnte man sich nicht einigen. Landeshauptmann Voves schritt in den ruinösen Kampf um macht und Eitelkeiten ein und sprach ein Machtwort.

Fazit: Edlingers Polit-Karriere ist vorbei, auch wenn sie als Sozialstadträtin bis 23. September weitermacht. Ihr Vorgänger und Widersacher Wolfgang Riedler musste auch sein Amt als Stadtrat zurücklegen. Ihn beerbt vorübergehend Karl-Heinz Herper. Der 64-jährige Grazer Gemeinderats-Klubchef wurde noch am Nachmittag angelobt.

Für die Grazer SPÖ stellt diese Situation eine Katastrophe dar, gerade in Anbetracht, dass die Landtagswahlen vor der Tür stehen. Und man weiß – diese werden in Graz entschieden! Voves braucht also in Graz eine stabile Partei, um überhaupt um das Amt des Landeshauptmannes kämpfen zu können. Intensive Gespräche sollen bis Mittwoch die Basis legen, dass die Grazer SPÖ wenigstens wieder für Voves kämpft und nicht sich selbst zerfleischt.

Einen geschäftsführenden Parteichef will Voves bis Mittwoch gefunden haben. Dann tagt der Parteivorstand, der ihn legitimiert. Da Vollath offenbar nicht zur Verfügung steht, ist Rätselraten angesagt. Doch eines steht fest: die SPÖ der zweitgrößten Stadt Österreichs hat momentan keine Führung. Und das gezählte 13 Wochen vor der schicksalhaften Landtagswahl.


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