K.O. Tropfen in Grazer Lokalen im Umlauf
11.08.10Neuigkeiten aus GrazIn der Notaufnahme des Grazer LKH wurden in den letzten Monaten vermehrt Patienten und Patientinnen aufgenommen, denen sogenannte K.O. Tropfen verabreicht wurden. Der Leiter der Notaufnahme Andreas Lueger bezeichnet die Entwicklung als besorgniserregend. Alleine im heurigen Jahr seien drei K.O.-Tropfen-Opfer in lebensbedrohlich komatösem Zustand eingeliefert worden.
Weitere drei Personen seien selbstständig mit unerklärlichen Gedächtnislücken in die Notaufnahme gekommen: “Wir haben die Beobachtung getätigt, dass seit rund einem Jahr gehäuft Fälle vorkommen. Das betrifft hauptsächlich Jugendliche, jugendliche Frauen in der Altersklasse zwischen 19 und 25 Jahren, die nach einem Lokalbesuch ein Black-Out gehabt haben und nachweislich keine großen Mengen Alkohol oder andere gängige Drogen konsumiert haben”, erklärt Lueger. Viele Opfer melden sich aus Scham auch gar nicht bei der Polizei oder im Krankenhaus. Die Dunkelziffer der Opfer wird als entsprechend hoch angenommen.
Problematisch ist, sagt Lueger, dass die K.O.-Tropfen aus Putzmitteln gewonnen werden können und sich im Körper sehr schnell abbauen: “Das Problem dieser K.O.-Tropfen ist, dass sie mit gängigen Methoden, die wir im Krankenhaus haben, überhaupt nicht nachweisbar sind, sondern nur durch gerichtsmedizinische, spezialtoxikologische Untersuchungen.”
Die Grazer Polizei fordert vor allem in Diskotheken zu mehr Vorsicht auf.

K.O. Tropfen in Drinks