Klares Nein der ÖVP zu Drogenkonsumraum in Graz

25.05.10Neuigkeiten aus Graz
ÖVP - klares Nein zu Drogenkonsumraum in Graz

ÖVP - klares Nein zu Drogenkonsumraum in Graz

Zwei Jahre lang haben Politiker und Politikerinnen über einen geplanten Drogenkonsumraum, in dem Süchtige harte Drogen unter Beobachtung in steriler Umgebung konsumieren sollten, diskutiert.
Nun gibt es ein klares Nein von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). Der gibt an, dass es rechtlich keine Vorraussetzungen für diesen Raum gebe und er die Mitarbeiter der Stadt Graz nicht in Situationen bringen, in denen ihr Handeln nicht mehr rechtlich abgedeckt ist. Nagl weiter:“Und spätestens für den Fall, dass sich ein Abhängiger eine tödliche Überdosis im Konsumraum spritzt, werde die Öffentlichkeit jemanden verantwortlich machen wollen.“

Für Drogenexperten dennoch ein nicht nachvollziehbarer Entschluss. Der steirische Drogenkoordinator Klaus Ederer sieht in dem Konsumraum eine Chance für ein Pilotprojekt in Graz. Auch in anderen Städten würden solche Räume gut funktionieren. “Ich weiß nicht, ob das nicht ein gewisser Rückschritt ist”, so Ederer.

Nagl hat nun erstmals die bestehenden Drogenstreetworkposten um vier Stellen aufgestockt. Ederer begrüßt das: “Ich finde das fein, dass er mehr Mittel einsetzt, um mehr niederschwellige Sozial- und Drogenarbeit zu ermöglichen. Das ist sicherlich ein erster wichtiger Schritt.”
Zusätzlich will Nagl das Land in die Pflicht nehmen und fordert dringend den Bau von zwei versprochenen Drogenambulanzen.


Dies ist nicht die offizielle Seite der Stadt Graz