Med-Uni Aufnahmetest – geringe Erfolgsquote bei Frauen

25.07.10Neuigkeiten aus Graz
geringe Frauenerfolgsquote bei Med-Uni Aufnahmeverfahren

geringe Frauenerfolgsquote bei Med-Uni Aufnahmeverfahren

Insgesamt haben in Graz am 9. Juli 1.353 Bewerber und Bewerberinnen am Auswahlverfahren für den Zugang zum Human- und Zahnmedizinstudium teilgenommen. Darunter waren 732 Frauen, das sind 54 Prozent, und 621 Männer. Von den insgesamt 1.029 Bewerbern mit österreichischen Maturazeugnis waren 56 Prozent weiblich. Allerdings bekommen nur 43 Prozent der Bewerberinnen aus Österreich einen Studienplatz. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten provisorischen Ergebnis des Auswahlverfahrens an der Medizin-Uni Graz hervor.

Die Studienplätze werden nach einer Quotenregelung vergeben: 75 Prozent der Plätze stehen Studenten mit österreichischem Maturazeugnis zur Verfügung, 20 Prozent Studierenden aus EU-Ländern und fünf Prozent für Studenten aus anderen Ländern.
Während von den Bewerbern aus Österreich 43 Prozent Frauen und 57 Prozent Männer einen Studienplatz ergattern konnten, schnitten die Frauen aus den übrigen EU-Ländern im Verhältnis deutlich besser ab: Dort konnten sich (bei 50 Prozent Frauen-Anteil unter den Bewerbern) 49 Prozent Frauen und 51 Prozent Männer einen Studienplatz sichern.

Bereits in den vergangenen Jahren haben vor allem die österreichischen Bewerberinnen deutlich schlechter abgeschnitten als ihre männlichen Kollegen. 2009 waren in Graz 58 Prozent der Bewerber weiblich, geschafft haben es aber nur 46,3 Prozent der Frauen.

In Graz hat man heuer erstmalig einen sogenannten “Situational Judgment Test” eingeführt (graz.net berichtete). Damit sollen Aspekte sozial-kompetenten Verhaltens der künftigen Medizin-Studenten überprüft werden. Für den Vizerektor an der Med-Uni Graz, Gilbert Reibnegger hat sich dieser neue Test “bestens bewährt”, es werde damit “tatsächlich eine andere Dimension als das rein naturwissenschaftliche Wissen erfasst”. Der “Situational Judgment Test” sei “offenbar geschlechtsneutral, während der Kenntnistest auch heuer wieder bei den Frauen schlechter ausgefallen ist als bei den Männern”. Aus diesem Grund überlegt man an der Med-Uni Graz, diesen Teil des Auswahlverfahrens künftiger stärker zu gewichten. In diesem Jahr hat der “Situational Judgment Test” zu zehn Prozent des Testergebnisses beigetragen.

Die Ergebnisse der Medizin-Unis Wien und Innsbruck sollen nach Angaben der beiden Unis Ende Juli, Anfang August vorliegen.


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