Mordprozess in Graz neu aufgerollt

19.05.10Neuigkeiten aus Graz

Im Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag ein Mordprozess neu aufgerollt worden. Die Tat an einem 58-jährigen Pensionisten liegt bereits sieben Jahre zurück. Ein im Jahr 2004 für die Tat verurteilter 24-jähriger Türke belastete im Vorjahr einen Lehrer schwer und beging danach Selbstmord. Nun muss sich der Lehrer vor Gericht verantworten.

Die Fakten sind die, dass das Mordopfer an über 80 Messerstichen starb. Sicher ist auch, dass an diesem Abend der später verurteilte Türke in dessen Wohnung war. Was sich dort jedoch wirklich abspielte, ließ sich schon beim ersten Prozess nicht eindeutig klären. 2004 war von sexuellen Übergriffen des Pensionisten auf den jungen Mann die Rede, gegen welche sich dieser mit dem Messer zur Wehr gesetzt haben soll. Beim zweiten Verfahren wurde jener Abend völlig anders dargestellt. Der streng gläubige Grazer Lehrer soll laut Anklage gegen die Bekanntschaft zwischen dem 24-Jährigen Türken, der bei ihm wohnte und der vom Islam zum Glauben der Zeugen Jehovas übergetreten war, und dem Pensionisten gewesen sein.

Als er die beiden am Abend des Mordes alkoholisiert in der Wohnung des 58-Jährigen antraf und der Pensionist über die Zeugen Jehovas schimpfte, soll er dem jungen Türken befohlen haben den Pensionisten zu töten.
Mit über 80 Messerstichen und -schnitten wurde das Opfer umgebracht. Laut Staatsanwaltschaft nahm der AHS-Lehrer das Messer selbst und stach auf das am Boden liegende Opfer ein. Zwei Drittel der Wunden wurden ihm nach seinem Tod zugefügt. Nach der Bluttat soll der der Lehrer dem jungen Mann 300.000 Euro versprochen haben, wer den Mord gesteht. Laut Anklageschrift war der junge Mann dem Lehrer “hörig”.
2009 stellte der wegen Mordes verurteilte Türke einen Antrag auf Wiederaufnahme des Falles und beschuldigte den Pädagogen der Mittäterschaft. Im Zuge der neuen Ermittlungen wurde aufgedeckt, dass der Grazer Lehrer dem jungen Mann insgesamt 54.000 Euro überwiesen hatte.

Im November 2009 wurde der Lehrer, der alles bestreitet, verhaftet. Kurz darauf beging der mittlerweile 30 Jahre alte Türke in der Justizanstalt Graz-Karlau Selbstmord.


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