Massengrab mit NS Opfern in der Grazer Belgierkaserne entdeckt

11.03.10

Die Gerüchte, dass es in Graz ein Massengrab mit Opfern aus der NS Zeit gäbe hielten sich schon lange. Nun konnte diese bestätigt werden. Mit speziellen Luftbildern der US Air Force konnte ein Grab mit etwa 70 Toten geortet werden. Damit können neue Erkenntnisse zur Nazi Herrschaft in Graz geklärt werden. Seit 2008 arbeitet und forscht Univ. Prof. Dieter Binder im Auftrag des Verteidigungsministers Norbert Darabos am Areal der Belgierkaserne an der Aufklärung der Ereignisse der letzten Kriegstage in Graz.

Als die Rote Armee sich Graz näherte, versuchten laut Binder die Spitzen der NS noch Spuren ihrer Untaten zu verbergen. Die Guillotine des Grazer Landesgerichtes wurde abgebaut und das Messer des Fallbeils vergraben. Auch ZeugInnen mussten aus dem Weg geräumt werden, denn keines der Opfer sollte nach Ende des Krieges über das Erlebte aussagen können. So kam es, dass in Graz an einem Tag im April insgesamt 219 politische Gefangene, Kriegsgefangene, KZ-Insassen, und ZwangsarbeiterInnen in der damaligen SS-Kaserne Wetzelsdorf – die heutige Belgierkaserne – hingerichtet wurden. Anschließend wurden deren Leichen in Bombentrichtern am Kasernengrundstück vergraben. Der zuständige Kommandant der Kaserene jedoch, der zu dieser Zeit an der Front in Rechnitz war, befahl, dass die Massengräber auf den Schießplatz verlegt werden müssen, da er befürchtete wegen der Ermordungen belangt zu werden. Jedoch konnte die Verlegung der Leichen nicht abgeschlossen werden. Arbeiter, die bei dieser Aktion mithelfen hatten müssen, wurden ebenfalls erschossen.

Die Massengräber am Schießplatz wurden nach dem Krieg auch von den Alliierten entdeckt. Die 142 Toten wurden am Grazer Zentralfriedhof bei einer feierlichen Zeremonie beigesetzt. Die anderen Toten schienen inzwischen vergessen. Bis zum Jahr 2008, als Prof. Binder mit seinen Forschungen begann. Dadurch wurden auch die Bilder, die die US Bomber über der Belgier Kaserne gemacht hatten von der US Air Force freigegeben.  Auf diesen waren am 2. April die frisch zugeschütteten Bombentrichter, eben die Massengräber, deutlich erkennbar. Auf Fotos, die wenige Tage danach gemacht wurden, konnte man geöffnete Trichter erkennen – die Toten wurden also umgebettet. Auch Spuren eines LKWs sind zu erkennen. Man sieht aber auch im Bereich des heutigen Sportplatzes weiterhin geschlossene Trichter. Es bestehen also noch immer Massengräber.

Bundesminister Darabos ließ  den Sportplatz am Areal der Belgierkaserne absperren. Das Innenministerium wird in den kommenden Wochen die Krater öffnen und versuchen die Toten zu identifizieren.

Massengräber aus der NS Zeit in der Grazer Belgierkaserne

Massengräber aus der NS Zeit in der Grazer Belgierkaserne

Klares Nein zu Schanigarten am Grazer Hauptplatz

10.03.10

Die von Pronto Chef Gerald Gutschi geleitete Initiative mehrer Gewerbetreibender für einen großen Gastgarten am Grazer Hauptplatz erhielt gestern Dienstag vom Rathaus eine endgültige Absage. Gekämpft wurde ja schon seit 2009 dafür.

 

ÖVP und Grüne sind sich einig, dass der südliche Teil des Hauptplatzes nicht mit Gastgärten besetzt werden soll. Von Seiten des Rathauses erklärt man, dass bei der Neugestaltung des Platzes im Jahr 2002, die Entscheidung für Standln gegen Schanigärten fiel. Dabei wolle man auch bleiben. Zudem gebe es laut Vizebürgermeisterin Lisa Rücker allein in der Innenstadt 102 Schanigärten, was für Graz absolut reichen würde. Hier fehlen ihrer Meinung nach eher Plätze, an denen man sich auch ohne Konsumzwang sitzen bleiben kann.

Außerdem, so argumentiert sie weiter, sei der südliche Teil des Platzes ohnehin sehr stark von FüßgängerInnen und RadfahrerInnen frequentiert. Dass hier auch noch KellnerInnen mit Tabletts unterwegs wären sei undenkbar.

 

Die Entscheidung der Stadt Graz steht fest – die Grazer und GrazerInnen stehen zu diesem Thema jedoch zum Großteil anders. Laut einer Online Umfrage der Kronen Zeitung haben sich 82 % der GrazerInnen für einen großen Gastgarten am Hauptplatz ausgesprochen.

Gastgartenflair am Grazer Hauptplatz nicht von allen erwünscht

Gastgartenflair am Grazer Hauptplatz nicht von allen erwünscht

14jähriger Bub in GVB Bus beraubt – ZeugInnen dringend gesucht

09.03.10

Erst heute wurde von der Grazer Polizei bekannt gegeben, dass am Samstag gegen 19:00 Uhr ein Grazer Schüler im GVB Bus der Linie 33 überfallen und seines Handys beraubt wurde.

Dem Schüler wurde in dem schwach besetzten Linienbus, zunächst, ohne dass er es merkte, sein Handy aus der der Jackentasche entwendet. Als er, wie er selbst angibt, dies jedoch bemerkte, wollte er den Dieb zur Rede stellen. Plötzlich zog jedoch dessen Komplize ein Messer hervor und bedrohte den jungen Grazer damit. Er forderte ihn auf ruhig zu bleiben und ihm auch noch sein Bargeld auszuhändigen. Als der Bub jedoch beteuerte kein Bargeld bei sich zu haben, ließen die Täter von ihm ab und stießen ihn bei einer Bushaltestelle im Bereich der GKK aus dem Bus.

Dem Schüler ist es nicht mehr möglich, die Täter genau zu beschreiben. Fahrgäste des Busses, die Details zu diesem Vorfall beobachtet haben, werden ersucht, sich unter der Tel. Nummer 059133/ 65 33 33 beim Journaldienst der Grazer Kriminalpolizei zu melden.

Bei der Haltestelle GKK wurde der junge Grazer aus dem Bus gestoßen

Bei der Haltestelle GKK wurde der junge Grazer aus dem Bus gestoßen

AMS Graz – neue Strategien gegen Frauenarbeitslosigkeit

08.03.10

In Graz wird es ab April ein neues “Zentrum für Ausbildungsmanagement”, welches unter der Führung von Renate Frank stehen wird. Hauptziel der neuen Maßnahmen und Konzepte wird es sein Frauen durch Qualifizierung wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren – und zwar nicht nur als Teilzeitkräfte. Die Anliegen der Frauen bei der Arbeitssuche werden hier zum Thema und Mittelpunkt des Arbeitssuchprozesses gemacht. Wichtig ist es, so Frank, den Frauen Arbeitsplätze zu schaffen, durch die sie ihre Existenz absichern können und unabhängig sind. 2010 ist das europäische Jahr der Armut und man werde, so auch AMS- Leiter Karl Heinz Snobe Pläne entwickeln, die Menschen, die auf der Suche nach Arbeit sind vor dem Absturz in die Armut bewahren. Das AMS hat vor durch seine Vernetzungen mit Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, ÖGB und der Industriellenvereinigung die gesteckten Ziele für arbeitsuchende Frauen zu erreichen.

Für dieses neue Projekt werden in Zukunft sieben Millionen Euro jährlich zur Verfügung sehen, momentan zahlt das Land 300.000 Euro jährlich.

Beim AMS selbst wird es in Bezug auf das Service auch einige Veränderungen geben, auch hier soll das Ziel die bessere und effizientere Arbeit mit den KundInnen sein. Die Regionalstelle in Graz, welche die größte der 99 Regionalstellen in Österreich ist, soll in Graz-Ost, Graz-West und Graz-Umgebung aufgeteilt werden.

In der Regionalstelle Bruck/Mur läuft ein Testprojekt zur Mindestsicherung, die ja ab September in ganz Österreich gilt.
gezielte Integration von Frauen am Arbeitsmarkt

gezielte Integration von Frauen am Arbeitsmarkt

Mobiles Frauenreferat in Graz – einzigartig in Österreich

07.03.10

Den Internationalen Frauentag morgen am 8. März nahm Stadträtin Elke Edlinger zum Anlass um der Öffentlichkeit das erste mobile Amt Österreichs vorzustellen – „das mobile Grazer Frauenreferat“.

In Graz gibt es eigentlich sehr viel Angebot an Beratung und Unterstützung für Frauen in unterschiedlichsten Lebenssituationen. Aus Erfahrung weiß man jedoch, so Edlinger, dass meist die Frauen, die die Hilfe am Nötigsten brauchen würden, nicht wissen an wen sie sich wenden sollen.

Aus diesem Grund möchte sie nun mit dem „mobilen Frauenreferat“ auf die Frauen zugehen und ihnen Information und Unterstützung  bieten.

An öffentlichen Plätzen und in Parks wird man das große Angebot der Grazer Frauenserviceeinrichtungen den Interessentinnen näher bringen. Das Angebot gilt natürlich für alle Grazerinnen – auch wenn man sich vielleicht nicht gerade in einer Notsituation befindet. Edlinger ist es jedoch wichtig, dass die Bürgerinnen der Stadt Graz wissen, an wen sie sich in einem Krisenfall wenden können. Ein neuer Maßstab im Service für die Bürgerinnen!

Das mobile Frauenreferat ist im nächsten Monat an folgenden Orten anzutreffen

Freitag, 19. März 2010, 14 bis 16 Uhr, Spielplatz im Augartenpark
Freitag, 26. März 2010, 14 bis 16 Uhr, Volksgartenpark
Freitag, 9. April 2010, 14 bis 16 Uhr, Oeverseepark

Mobiles Frauenreferat

Geplanter Erotikshop in der Jakoministraße sorgt für Aufregung

06.03.10

Mit Anfang April soll in der von Fluktuation dominierten Jakoministraße ein neues Geschäft einziehen. Was eigentlich Anlass zur Freude wäre, sorgt aufgrund der Art der Lokalität auf großen Widerstand bei den AnrainerInnen und BezirkspolitikerInnen.

Laut Aussagen der Bezirksrätin Ursula Zmölnig  soll das Angebot des Geschäfts, welches den Namen „Moulin Rouge“ tragen wird, weit über das Angebot eines normalen Erotikshops hinausgehen. Auch Videkabinen sollen zur Ausstattung gehören.Als Mutter und Obfrau der Frauenbewegung in Graz-Jakomini müsse sie die Eröffnung des „Moulin Rouge“ auf jeden Fall  verhindern. Täglich gehen hunderte von SchülerInnen und Kindern an dem Geschäft vorbei.

Mit der Unterstützung ihrer KollegInnen im Bezirk Jakomini kann Zmölnig auf jeden Fall rechnen. Bezirksvorsteherin Eveline Gröbelbauer (ÖVP), Stellvertreter Ewald Muhr (SPÖ) und KP-Bezirksrätin Edeltrud Ulbl-Taschner wollen sich auf jeden Fall gegen die Eröffnung des Geschäfts wehren. Auch BesitzerInnen anderer Geschäfte und Lokalitäten sprechen sich zum Teil gegen den Erotikshop mit dem erweiterten Angebot aus.

Die zukünftigen BetreiberInnen des Geschäfts, die 58 jährige Brigitte Ruprechter und ihr Sohn betonen jedoch, dass sie nicht mehr bieten werden als andere Erotikgeschäfte auch. Die beiden betreiben bereits in Gralla ein „Moulin Rouge“, welches sich der Hausverwalter der Liegenschaft auch angeschaut hat. Laut seinen Aussagen werde der Betrieb seriös geführt und halte sich an die vorgegebenen Auflagen Auch wenn Jugendliche am Geschäft vorbeigehen werden, könne man von außen ohnehin nur den Vorhang im Schaufenster sehen. Der Eintritt ist erst Personen ab 18 Jahren erlaubt.

Diese Argumente gelten für Ursula Zmölnig jedoch keineswegs. Sie hofft noch, dass man sich mit den BetreiberInnen auf eine entschärfte Variante des „Moulin Rouge“ einigen kann. Ansonsten droht sie mit Demontrationen vor Ort.

Generell will sie nun für eine “neue Gewerbeordnung mit mehr Mitspracherecht” für AnrainerInnen kämpfen.

Erotik Shop

Erster österreichischer Lehrstuhl für Frühkindpädagogik in Graz

05.03.10

Was für Österreich in Graz mit diesem Semester das erste Mal startet, gehört in Deutschland bereits seit rund 10 Jahren zum erziehungswissenschaftlichen Universitätsalltag – Elementarpädagogik. In Graz hat nun die deutsche Expertin Cornelia Wustmann österreichweit den ersten Lehrstuhl für Frühkindpädagogik inne. Sie möchte sich in ihren Forschungen vor allem der Frage widmen wie es den Kleinsten, gemeint sind Kinder von 0 bis 6 Jahren, beim Aufwachsen und dem Ausleben ihrer natürlichen Neugierde geht. Experimentierfreude und Erkundungslust sollen untersucht werden, genauso jedoch auch die Dinge und Faktoren, die Kinder an der Entfaltung dieser Fähigkeiten hindern.

Laut Expertin Wustmann sind die Bildungsprozesse in der frühesten Kindheit prägend für das ganze weitere Leben. Deshalb ist es ihr auch von großer Bedeutung Forschungsergebnisse an  Eltern und PädagogInnen weiterzugeben. Wichtig sei ihr auch das Forschen „mit „ Kindern und  nicht das Forschen „über“  Kinder.

Vorgeschlagen für den Lehrstuhl wurde die zuletzt an der Universität Lüneburg lehrende Wissenschafterin von Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann von der SPÖ. „Ich erwarte mir von ihr neue Impulse für unsere Bildungspolitik in den kommenden Jahren“, so Grossmann, die für mehr Ressourcen im elementaren Bildungsbereich kämpfen will.

An der Universität Graz wurde nun Frühkindpädagogik als Schwerpunkt im Curriculum des Pädagogikstudiums verankert.

Frühkindliche Erfahrungen zählen zu den prägendsten für unser Leben

Frühkindliche Erfahrungen zählen zu den prägendsten für unser Leben

Gastgärten in Graz – werden alle bald gleich aussehen?

04.03.10

Nachdem in Wien im Bereich Kärntnerstraße und Graben Gastgärten einheitlich gestaltet werden sollen, hat man nun vor diese Regelung auch in Graz einzuführen. In Wien ist die Regelung sogar so streng, dass es für Gartenmöbel ein vorgeschriebenes Muster gibt und Sonnenschirme müssen pastellfarbig und rechteckig sein.

Auch in Graz gibt es seit einem Gemeinderatsbeschluss von 2002 Richtlinien für GastgartenbesitzerInnen.

Die Wiener Vereinheitlichung der Gestaltung der Gastgärten sorgt dafür, dass das Thema nun auch in Graz wieder Gesprächsstoff ist. Der Klubobmann der Grazer SPÖ, Karl-Heinz Herper, möchte nun auch für Graz eine einheitlichere Gestaltung der Schanigärten, was wie er sagt „die Urbanität besser ausdrücken würde.“  Wichtig ist ihm auch, dass Abstände zu Geschäften und Auslagen genauer unter die Lupe genommen werden, damit gemütliches Einkaufen in Graz trotz Gastgärten nicht zum Hindernislauf wird.

Laut Büro von Vizebürgermeisterin und Verkehrsreferentin Lisa Rücker von den Grünen hätten sich die Gemeinderatbeschlüsse für Gastgärten von ausgezeichnet bewährt. Man arbeitet im Magistrat jedoch trotzdem an neuen Regelungen, dabei geht es jedoch vor allem um die Vorgaben für Wintergastgärten. Vom Umweltamt werden gerade die Möglichkeiten des Einsatzes von erneuerbarer Energie zum Heizen es gibt überprüft, so aus dem Verkehrsreferat.

Gastgärten in Graz - bald alle Einheitsbrei?

Gastgärten in Graz - bald alle Einheitsbrei?

Mit dem Frühling erwachen auch wieder die Zecken in der Steiermark

03.03.10

Steirerland – Zeckenland. Da es in der Steiermark besonders viele Zecken gibt, die den FSME Krankheitserreger übertragen, gibt es seit Montag wieder die Impfaktion der steiermärkischen Gebietskrankenkasse gegen FSME.

17 € kostet die Impfung für Versicherte und deren Angehörige, für alle anderen 20,70 €.

 Personen, die unter 60 Jahre alt sind, wird empfohlen die Impfung alle 5 Jahre auffrischen zu lassen. Personen, die über 60 Jahre alt sind sollen alle 3 Jahre zur Auffrischungsimpfung gehen, da mit fortschreitendem Alter die Dauer des Impfschutzes abnimmt.

 Von 1. März bis 31. Mai 2010 werden Impfungen täglich (Montag bis Freitag) von 13.00 bis 15.00 Uhr im 2. Stock des STGKK-Fachärztezentrums in Graz, Friedrichgasse 18, verabreicht. Im Vorjahr wurden vom Team der Steiermärkischen GKK 18.000 Personen geimpft.

Impfen kann man sich aber auch in der Landessanitätdirektion, die eine neue Adresse hat. In der Friedrichgasse 9 kann man sich Dienstag und Donnerstag von 8:00 bis 12:00 und Mittwoch von 13:00 bis 16:00 impfen lassen.

Im Grazer Gesundheitsamt im Amtshaus in der Schmiedgasse 26 hat man die Möglichkeit sich von Montag bis Freitag von 8:00 bis 13:00 gegen FSME impfen zu lassen.


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