Wolfram Berger in der Brücke
26.07.10Veranstaltungen in Graz| 4. August 2010 | ||
| 20:00 |
Programm: Karl Valentin
Sturzflüge im Zuschauerraum! Des Meisters abgründig kuriose Monologe, Couplets und vertrackte Szenen.
Den ersten Valentin-Abend präsentierte er anno 1974 in Basel. Inzwischen hat er ihn – immer wieder verändert – unzählige Male gespielt. Und er wird ihn auch weiterhin spielen, solange ihn der Valentin – dieses “Gespenst und doch ein Münchner” – neue Fährten und Wege entdecken lässt. Also ewig: “der Valentin ist mein künstlerisches Vitamin.”
…. und er stellt ihn dort hin, wo er auch hingehört:
unter die Philosophen
oder unter diejenigen,
die den Unsinn zur Philosophie erheben.
Wolfram Bergers Auftritte sind schlicht funkensprühende Glanzleistungen: komisch, spannend, absurd und voller Überraschungen. Literarisches Kabarett auf höchstem Niveau – aber nicht elitär! (City Wien)
Es ist ein Abend, an dem der Sinn mit unterschiedlichen Vornamen wachelt – einmal als Froh-, dann als Un-, manchmal als Irr- und immer wieder als Tiefsinn.
Und das bloß deshalb, weil vorne auf der Bühne einer steht, oder sitzt, oder einfach in die Luft schaut, und das Publikum fest am Krawattl hat – mit staatlich verordnetem “Theaterbesuchszwang”, einer wegen Notdurft gezogenen Notbremse, seinem Uhr-Großvater und dem “Stein, auf dem Mariechen saß”.
Wenn Wolfram Berger den Meister des “Saublöd-Daherredens”, Karl Valentin, spielt – und das tut er seit 1974 -, dann sitzt ihm der Schalk in den Mund- und Augenwinkeln. Am Samstag ließ der vielseitige Schauspieler den 1948 verstorbenen Münchner Volkskomiker im Stadttheater Klagenfurt aufleben, zeigte ihn als Philosophen, Satiriker und Vertreter des absurden Theaters, aber auch als tragische Figur.
Wolfram Berger wechselte quasi aus dem Stand Tonlagen und Stimmungen, stellte ein Gerüst mit Valentins biografischen Daten dazu.
Das ist so hinreißend gemacht, dass zwei Stunden wie im Flug vergehen.
Was ganz leicht zu überprüfen ist: Karl Valentins Uhr mit der exakten Zeit von gestern steht noch auf dem Tisch. (KLEINE ZEITUNG, 6.10.2003)
Infos:
DIE BRÜCKE
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