Neues Theaterstück an der Kunstuniversität Graz: „Auffälliger Bär“
Mit „Auffälliger Bär“ feiert ein neues Theaterstück von Vinzenz Hermann Neuner seine Uraufführung in Graz. Die Produktion verknüpft reale Ereignisse mit einer düsteren Bühnenfantasie über Freiheit, Kontrolle und gesellschaftliche Mechanismen.
Ausgangspunkt ist die Geschichte des Bären Bruno, der 2006 durch Wald und Stadt zog, zum Medienereignis wurde und schließlich aufgrund einer politischen Entscheidung erschossen wurde. Auf der Bühne wird der Bär zur Projektionsfläche für Angst, Hoffnung und Macht – und zum Sinnbild für den Umgang mit dem Unkontrollierbaren.
Parallel dazu erwacht die junge Ewa in einem Kinderzimmer, das wirkt wie eine perfekt arrangierte Ausstellung. Eine geheimnisvolle Kuratorin hält sie dort gefangen und zwingt sie in ein Leben, das sie ablehnt. Ewas Wunsch, den Bären vor seinem Tod zu retten, wird zur Rebellion gegen ein System aus Ordnung, Kontrolle und Ablenkung. Doch je mehr sie sich widersetzt, desto enger schließen sich die Wände um sie.
Ist der Bär das vermeintliche Monster – oder spiegelt sich in ihm nur unsere Angst vor dem Unkontrollierbaren? Und kämpft Ewa gegen eine übermächtige Gegenspielerin oder gegen die Grenzen ihrer eigenen Wahrnehmung?

