Eleven, Nivan, Casa Costiera: Drei bekannte Grazer Lokale insolvent – wie es weitergeht
Drei bekannte Grazer Gastronomiebetriebe, drei Insolvenzen – und drei völlig unterschiedliche Geschichten. Während das Nivan am Griesplatz nach nur wenigen Monaten bereits geschlossen ist, soll das Eleven in der Kaiserfeldgasse trotz Sanierungsverfahren weitergeführt werden. Beim Casa Costiera folgte die Insolvenz erst Monate nach dem Abschied aus Graz. Was hinter den drei aktuellen Gastro-Pleiten steckt und wie es mit den Lokalen weitergeht.
Gastro-Insolvenzen in Graz: Drei bekannte Namen betroffen
Innerhalb weniger Wochen häuften sich die schlechten Nachrichten aus der Grazer Gastronomie. Zunächst wurde im Juli über die Betreiberfirma des erst 2026 eröffneten Nivan ein Konkursverfahren eröffnet. Anfang August folgte die Casa Costiera Graz GmbH, wenige Tage später wurde schließlich ein Sanierungsverfahren über den Betreiber des Eleven und des Wirtshauses Gratkorn eröffnet.
Dabei bedeutet Insolvenz nicht automatisch das sofortige Ende eines Lokals. Während beim Eleven eine Fortführung ausdrücklich geplant ist, sind beim Nivan und Casa Costiera die Türen derzeit geschlossen.

Eleven Graz insolvent: Restaurant soll weitergeführt werden
Besonders überraschend kam für viele Grazer die Nachricht aus der Kaiserfeldgasse. Am 7. August 2026 wurde über das Vermögen von Gastronom Arsim Gjergji ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Zum Einzelunternehmen gehören sowohl das Eleven Graz als auch das Wirtshaus Gratkorn.
Rund 187.000 Euro Verbindlichkeiten beim Eleven-Betreiber
Die Passiva wurden vom Schuldner vorläufig mit rund 187.446 Euro angegeben. Als Ursachen nennt der Betreiber laut KSV1870 Liquiditätsengpässe, Rückstände bei den Jahresabschlüssen 2024 und 2025 sowie noch notwendigen Aufarbeitungsbedarf in der Buchhaltung.
Geplant ist ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent für die Insolvenzgläubiger. Diese soll in mehreren Teilzahlungen innerhalb von zwei Jahren beglichen werden.
Für Gäste besonders wichtig: Das Eleven soll weitergeführt werden. Gleiches gilt für das Wirtshaus Gratkorn. Vorgesehen sind Reorganisationsmaßnahmen und zusätzliche finanzielle Mittel von dritter Seite. Ob die Fortführung tatsächlich im Interesse der Gläubiger liegt und der Sanierungsplan umgesetzt werden kann, muss nun der Insolvenzverwalter prüfen.
Nivan am Griesplatz: Insolvenz nur Monate nach der Eröffnung
Beim Nivan ist die Situation eine andere. Das kurdisch-türkische Restaurant hatte erst Anfang 2026 in der Albert-Schweitzer-Gasse am südlichen Ende des Griesplatzes eröffnet. Dem Start war ein umfangreicher Umbau der ehemaligen Easy-Asia-Flächen vorausgegangen.
Schon wenige Monate später blieben die Jalousien geschlossen. Am 22. Juli 2026 wurde über die dahinterstehende C&K Gastronomie GmbH ein Konkursverfahren eröffnet. Der Insolvenzantrag kam vom Unternehmen selbst.
Warum ist das Nivan insolvent?
Eine detaillierte Ursache wurde bislang öffentlich nicht bekannt gegeben. Der Alpenländische Kreditorenverband hält fest, dass die Gesellschaft ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Aussagen darüber, ob etwa die hohen Investitionen in den Umbau, laufende Kosten oder die Besucher ausschlaggebend waren, wären derzeit Spekulation.
Fest steht: Das Unternehmen wurde erst 2025 gegründet, die Gastgewerbeberechtigung bestand seit Dezember 2025 und das eigentliche Restaurant war nur wenige Monate geöffnet.
Das Nivan ist aktuell geschlossen. Wie es mit dem Lokal und dem Standort weitergeht, ist noch offen. Die Prüfungstagsatzung ist für den 29. September 2026 um 10:40 Uhr angesetzt.
Casa Costiera: Nach der Schließung folgt die Insolvenz
Auch beim Casa Costiera in der Schmiedgasse ist die Geschichte inzwischen eindeutig eine Insolvenzgeschichte. Das italienische Restaurant hatte bereits im März 2026 nach rund acht Jahren in Graz geschlossen. Danach wurde die Casa Costiera Graz GmbH aufgelöst und befand sich in Liquidation.
Damit war die Geschichte allerdings noch nicht beendet.
Am 6. August 2026 eröffnete das Landesgericht Graz über die Casa Costiera Graz GmbH in Liqu. ein Konkursverfahren. Anders als beim Nivan wurde das Verfahren nicht vom Unternehmen selbst, sondern auf Antrag eines Gläubigers eröffnet.
Warum ging Casa Costiera nach der Schließung insolvent?
Wie hoch die Schulden der Gesellschaft tatsächlich sind und welches Vermögen ihnen gegenübersteht, ist derzeit noch nicht öffentlich bekannt. Da das Konkursverfahren auf Antrag eines Gläubigers eröffnet wurde, liegt noch kein vollständiger Vermögensüberblick vor. Dieser muss nun von der Insolvenzverwaltung erstellt werden.
Bemerkenswert ist, dass der Betrieb zuletzt noch einen Jahresumsatz von rund 720.000 Euro erzielt haben soll und 13 Mitarbeiter beschäftigt waren. Über Umsatzhöhe allein lässt sich allerdings nichts über die Rentabilität eines Gastronomiebetriebs ableiten.
Zur Insolvenzverwalterin wurde die Kaan Cronenberg Rechtsanwälte GmbH bestellt. Forderungen können bis 15. September 2026 angemeldet werden, die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 29. September 2026 um 11:30 Uhr statt.
Das Grazer Casa Costiera selbst ist bereits seit März geschlossen. Die Insolvenz betrifft die ehemalige Grazer Betreibergesellschaft.
Drei Grazer Gastro-Pleiten – aber drei unterschiedliche Situationen
Eleven, Nivan und Casa Costiera zeigen, wie unterschiedlich eine Insolvenz in der Gastronomie verlaufen kann.
Beim Eleven besteht mit einem Sanierungsverfahren und geplanter Fortführung eine konkrete Perspektive für den laufenden Betrieb. Beim Nivan kam der Konkurs dagegen nur wenige Monate nach der Eröffnung, das Restaurant ist derzeit geschlossen. Beim Casa Costiera wurde der Betrieb bereits Monate vor der eigentlichen Insolvenz beendet.
Gerade der zeitliche Ablauf beim Casa Costiera ist ungewöhnlich: Zuerst kam im März die freiwillig kommunizierte Schließung, anschließend die Liquidation der Gesellschaft und schließlich Anfang August das Konkursverfahren auf Antrag eines Gläubigers.
Ob damit bereits das Ende der aktuellen Grazer Gastro-Insolvenzen erreicht ist, bleibt offen. Die drei Fälle zeigen jedenfalls, dass selbst bekannte Lokale beziehungsweise aufwendig gestartete Gastroprojekte vor den derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht geschützt sind.
