Klanglicht Graz 2026: Das erwartet die Gäste in Eggenberg

Leuchtende Berge im Innenhof, Lichtbilder auf der Schlossfassade und ein Pavillon, in dem ein digitaler Wald wächst: Klanglicht ist im Schloss Eggenberg gestartet. Von 23. Oktober 2026 bis 7. November 2026 verbindet das Festival Licht- und Klangkunst mit historischen Räumen und dem Schlosspark. Diese Installationen erwarten die Gäste beim Rundgang.

Klanglicht im Schloss Eggenberg: Das erwartet die Gäste

Das diesjährige Programm kreist um das Thema „Zeit“. 14 künstlerische Arbeiten sowie zwei zusätzliche Stationen verteilen sich über das Gelände. Dabei wechseln die Ausdrucksmittel immer wieder: Zur großflächigen Projektion kommen begehbare Lichtkunst, Spiegel, Schrift und sogar Düfte. Der Weg führt durch den Park ebenso wie in ausgewählte Räume des Schlosses.

„Kadenzen“: Licht und Tanz auf der Schlossfassade

Die Schlossfassade wird bei „Kadenzen“ zur Projektionsfläche von Daniel Rossa. Der Medienkünstler greift die Architektur digital auf und verändert sie mit Farbe und Bewegung. Dabei gelangen Bilder des barocken Innenraums nach außen; Tanzbewegungen führen die Formen weiter ins Abstrakte. Je nach Phase der Projektion verändert sich die Wirkung der historischen Fassade.

Blau-rote abstrakte Formen aus Daniel Rossas „Kadenzen“ auf der gesamten Fassade von Schloss Eggenberg.
„Kadenzen“ – Daniel Rossa.

„Whispering Mountains“: Leuchtende Berge zum Umarmen

Im Innenhof stehen die „Whispering Mountains“ des australischen Studios ENESS. Die aufblasbaren Bergformen leuchten, strecken weiche Arme aus und laden dazu ein, zwischen ihnen hindurchzugehen. Berühren und Umarmen gehören zur Begegnung mit der Installation. Dazu flüstern die Berge kurze, mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelte Gedanken. Das Werk verbindet damit eine spielerische Erfahrung mit Fragen nach Natur, Technologie und dem Umgang mit digitalen Botschaften.

Grün und orange leuchtende Bergfiguren aus „Whispering Mountains“ von ENESS im Schlosshof Eggenberg.
„Whispering Mountains“ – ENESS.

Lichtkunst im Schlosspark: Allee, Geometrie und „Floral Forest“

Bereits die Allee wird mit „Räume der Zeit“ von Hartung & Trenz Teil der Ausstellung. Projizierte Texte und Klang begleiten den Weg; mit dem eigenen Standort verändert sich auch die Wahrnehmung der Arbeit. Sprache wird dabei zum Bild im Raum.

Javier Riera setzt bei „Resonanzen der unsichtbaren Ordnung“ geometrische Lichtformen in Beziehung zur Parklandschaft. Zwei großformatige Projektionen lenken den Blick auf das Zusammenspiel von Natur und präzisen Mustern.

Im historischen Pavillon lässt Joschua Hohenbrink mit „Floral Forest“ einen Wald aus Licht entstehen. Ornamente scheinen an den Wänden emporzuwachsen und verbinden sich mit der vorhandenen Architektur. Die Klanggestaltung stammt von Gregor Schmitz. Der Pavillon erhält dadurch eine zusätzliche, bewegte Bildebene.

Klanglicht in Schlosskapelle, Sakristei und Planetensaal

Auch im Schloss setzt sich der Rundgang fort. Robin Beekman beschäftigt sich in der Schlosskapelle mit einer anderen Zeitmessung: „Continuum“ arbeitet mit 24 Leuchten und ungleich langen Sekunden. Helga Griffiths widmet sich in der Sakristei bei „Migratory Senses“ der Verbindung von Geruch, Erinnerung und Heimat.

Im Planetensaal zeigt Inge Dick „jahres licht weiss“. Die Arbeit macht die Farbveränderungen des natürlichen Lichts über die vier Jahreszeiten sichtbar. Zwischen den barocken Bildern richtet sich der Blick damit auf Lichtnuancen, die im Alltag leicht unbemerkt bleiben.

„Planet 9“ und „Abiosis“: Kosmos und Leben

Miriam Hamann greift mit „Planet 9“ im Planetengarten die wissenschaftliche Suche nach einem hypothetischen weiteren Planeten auf. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel von Wissen und der Frage, wie Erkenntnisse entstehen. Im Lapidarium verbindet Heleen Blanken bei „Abiosis“ den Ursprung des Lebens mit Vorstellungen von künstlichem Leben in der Zukunft.

Weiße Lichtbahnen der Installation „Planet 9“ von Miriam Hamann im Schlosspark Eggenberg bei Klanglicht Graz 2026.
„Planet 9“ – Miriam Hamann.

Leuchtende Schrift und Spiegel: Zwei weitere Klanglicht-Motive

Alicia Eggert verknüpft in „All the light you see“ Sprache, Licht und Zeit. Wörter werden sichtbar und verschwinden wieder; mit ihnen verändert sich die Aussage der Arbeit. Omer van Soldt bezieht bei „The Self at 50 Hertz“ das Publikum unmittelbar ein: Eine rotierende Spiegelkonstruktion nimmt den Raum und die Menschen darin in ihr Bild auf.

„Prism“ und „Energy in Time“: Neue Perspektiven auf Licht und Konsum

Unter dem Titel „Prism“ zeigen Masterstudierende der FH JOANNEUM und der Kunstuniversität Graz sieben Projekte. Licht, Klang und Bewegung eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Mythologie und Astrologie. Der eigene Weg verändert die Perspektive auf die gemeinsame Installation.

Zeineb Kaabi setzt sich in „Energy in Time“ mit Konsum und Ressourcenverbrauch auseinander. Historische Werbebilder und Archivmaterial werden zur Videomontage. Für „Prism“ weist das Festival auf schnell wechselnde Bild- und Lichteffekte hin; epilepsiegefährdete Personen sollen diesen Bereich meiden.

„Fractal Code“ und „Energieinsel“ ergänzen den Rundgang

Bei „Fractal Code“ von XAL wirft ein verspiegelter Kubus durch feine Durchbrüche Muster aus Licht und Schatten in den Raum. Entwickelt wurde die Arbeit in Zusammenarbeit mit 13&9 Design und Fractals Research; Severin Su gestaltete den Klang für das räumliche Erlebnis. Als weitere Station ist die „Energieinsel“ von E-Werk Franz im Programm verzeichnet.

Klanglicht Graz besuchen: Öffnungszeiten, Tickets und Rundgang

Klanglicht läuft von 23. Oktober 2026 bis 7. November 2026 im Schloss Eggenberg und im Schlosspark. An den Ausstellungstagen sind die Installationen von 18:00 bis 22:00 Uhr zu erleben. Der Zutritt erfolgt mit Ticket und gebuchtem Zeitfenster. Für die konkrete Terminwahl und den Einlass ist die Buchung im Ticketshop maßgeblich.

Reguläre Karten kosten 19 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse. Ermäßigte Tickets kosten 10,50 Euro beziehungsweise 15,50 Euro, unter anderem für Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr, Studierende, Lehrlinge und Menschen mit Behinderung. Kinder mit Begleitperson bis zum 7. Lebensjahr haben freien Eintritt.

Der vollständige Rundgang ist rund zwei Kilometer lang und führt teilweise über nicht asphaltierte Wege. Feste Schuhe und wetterfeste Kleidung sind deshalb sinnvoll. Das Ticket umfasst am Besuchstag auch die Fahrt mit Stadtbussen und Straßenbahnen der Holding Graz in der Zone 101 zwei Stunden vor und nach der Veranstaltung; RegioBusse, S-Bahnen, Züge und Nightlines sind ausgenommen.

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