Griesplatz neu: Siegerprojekt zeigt die Zukunft des Platzes

Der Gestaltungswettbewerb für den neuen Griesplatz ist entschieden. Unter 44 Einreichungen setzte sich das Projekt „kopf . bauch . fuß“ der DnD Landschaftsplanung ZT GmbH aus Wien durch. Der Entwurf zeigt, wie der heute stark vom Verkehr geprägte Platz zu einem grüneren, besser nutzbaren und übersichtlicheren Stadtraum werden soll.

(c) DnD Landschaftsplanung ZT GmbH

Der Griesplatz zählt zu den wichtigsten Orten rechts der Mur. Er ist Verkehrsknoten, Marktplatz, Treffpunkt und sozialer Mittelpunkt im Bezirk Gries. Gleichzeitig prägen Asphalt, Verkehr, Hitze und Lärm weite Teile des Platzes. Auf rund 16.400 Quadratmetern queren täglich etwa 18.000 Fahrzeuge den Bereich. Eine grundlegende Neugestaltung gab es seit den 1990er-Jahren nicht mehr.

Siegerprojekt für den Griesplatz setzt auf „Kopf“, „Bauch“ und „Fuß“

Das Siegerprojekt gliedert den Griesplatz in drei Bereiche. Im Norden entsteht der „Kopf“ als offener Stadtraum mit neu inszenierter Mariensäule und Blickbezug zum Schlossberg. Die Mitte bildet der „Bauch“: Hier sollen Grünflächen, Schatten, Aufenthaltsmöglichkeiten und Platzaufweitungen den zentralen Treffpunkt stärken. Im Süden liegt der „Fuß“, der die Mobilitätsfunktionen bündelt.

Ein durchgehendes „Rückgrat“ verbindet die drei Zonen und soll für Orientierung am Platz sorgen. Der Entwurf versteht den Griesplatz als „Platz der Vielheiten“ – also als Ort, an dem Verkehr, Markt, Aufenthalt, soziale Nutzung und Begegnung besser miteinander funktionieren sollen.

(c) DnD Landschaftsplanung ZT GmbH

45 neue Bäume, Wasser und Schwammstadt-Prinzip

Ein zentraler Punkt der Umgestaltung ist die Klimaanpassung. Rund 45 neue Bäume sollen den Bestand ergänzen und mehr Schatten bringen. Geplant sind außerdem Wasserelemente, Trinkbrunnen und Maßnahmen nach dem Schwammstadt-Prinzip. Regenwasser soll besser vor Ort gespeichert und genutzt werden, damit sich der Platz an heißen Tagen weniger stark aufheizt.

Auch die Oberflächen werden neu gedacht. Gehbereiche, Aufenthaltsflächen, Übergänge und Baumscheiben sollen klarer strukturiert und mit unterschiedlichen Materialien gestaltet werden. Granit, Betonstein mit Natursteinvorsatz und Pflasterflächen sollen den Platz robuster und zugleich hochwertiger machen.

Mehr Platz für Aufenthalt, Begegnung und Sicherheit

Neben der Klimaanpassung spielt die soziale Nutzung eine wichtige Rolle. Flexible Sitzmöbel, Kioske, Marktflächen und neue Nutzungsformate sollen den Platz stärker beleben. Auch Leerstände in den Erdgeschoßzonen sollen aktiviert werden. Im Konzept ist dafür von „Grazer Boxen“ die Rede, die etwa für Kultur-, Lern-, Markt- oder Begegnungsangebote genutzt werden könnten.

Die Jury hob besonders den Sicherheitsansatz „Sicherheit durch Einsicht“ hervor. Gemeint sind offene Sichtbeziehungen, niedrige Bepflanzung, gute Beleuchtung und eine klare Trennung von Bewegung und Aufenthalt. Hochstämmige Bäume sollen Schatten bringen, ohne den Überblick über den Platz zu nehmen.

Verkehr am Griesplatz soll neu organisiert werden

Der Griesplatz bleibt auch künftig ein wichtiger Mobilitätsknoten. Gleichzeitig soll der motorisierte Verkehr reduziert und neu geordnet werden. Fußgänger:innen bekommen im Entwurf klare Priorität, Radverbindungen werden verbessert. Vorgesehen ist unter anderem eine neue Radverbindung als Teil der Hauptradroute 7, ein vier Meter breiter, teilweise getrennter Radweg sowie eine Begegnungszone im nördlichen Bereich.

Mit Bus, künftiger Straßenbahn und Sharing-Angeboten soll der südliche Bereich als Mobilitätsdrehscheibe funktionieren. Lieferverkehr bleibt möglich, soll aber punktuell und geordneter abgewickelt werden.

(c) DnD Landschaftsplanung ZT GmbH

Stimmen zum Siegerprojekt

  • Vizebürgermeisterin Judith Schwentner sieht im Entwurf einen wichtigen Schritt für den Bezirk: „Der Griesplatz ist das Herz von Gries. Jetzt bekommt er endlich wieder Luft zum Atmen. Die Menschen werden hier mehr Raum zum Durchatmen, Begegnen und Verweilen bekommen.“
  • Stadtbaudirektor Bertram Werle verweist auf die Bedeutung des Platzes für den gesamten Bezirk: „Mit rund 34.000 Einwohner:innen braucht der Bezirk Gries ein starkes Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität – eine urbane Mitte, die funktioniert und gerne genutzt wird.“
  • Stadtplanungschef Bernhard Inninger betont die Qualität der Einreichungen und die Bedeutung öffentlicher Plätze: „Plätze sind wichtig für eine Stadt, sie erfüllen vielfältige Ansprüche und ermöglichen der Stadtgesellschaft das öffentliche Leben.“
  • Rita Engl von DnD Landschaftsplanung beschreibt den Entwurf als vielfältiges Grätzlzentrum: „45 hochstämmige Neupflanzungen geben dem Platz den nötigen Schatten und ermöglichen gleichzeitig den Weitblick über den Platz.“

So geht es mit dem Griesplatz weiter

Nach der Entscheidung im Wettbewerb startet die Stadtplanung die Verhandlungen mit dem Siegerbüro. Danach folgt die vertiefende Entwurfsplanung. In diesem Schritt werden die Konzepte weiter ausgearbeitet und die Unterlagen für die Einreichung nach dem Grazer Altstadterhaltungsgesetz vorbereitet. Anschließend folgen Ausführungsplanung, weitere Genehmigungen und die Umsetzungsschritte. Die Errichtungskosten werden mit rund 10 Millionen Euro angegeben.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten in der Sterngasse

Die eingereichten Projekte sind öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung läuft von 11. Mai 2026 bis 22. Mai 2026 in der Sterngasse 12. Geöffnet ist montags bis freitags, ausgenommen am Feiertag, jeweils von 13:00 bis 17:00 Uhr.

Was ist am neuen Griesplatz geplant?

Der Siegerentwurf sieht rund 45 neue Bäume vor. Sie sollen den bestehenden Baumbestand ergänzen, mehr Schatten schaffen und das Mikroklima am Platz verbessern.

Die Mariensäule wird im Entwurf stärker in Szene gesetzt und im nördlichen Bereich neu verortet. Dort soll sie künftig besser als Treffpunkt und stadträumliches Element wahrnehmbar sein.

Ein konkreter Baustart wird in den vorliegenden Informationen noch nicht genannt. Zunächst folgen Verhandlungen mit dem Siegerbüro, die vertiefende Entwurfsplanung, Einreichungen und weitere Genehmigungsschritte.

Nein, nach den vorliegenden Informationen ist keine vollständige Autofreiheit vorgesehen. Der motorisierte Verkehr soll aber reduziert und neu organisiert werden. Gleichzeitig bekommen Fußgänger:innen, Radverkehr und öffentlicher Verkehr mehr Platz und klarere Wege.

Der südliche Bereich des Platzes soll als Mobilitätsknoten funktionieren. Dort werden Bus, künftige Straßenbahn und Sharing-Angebote gebündelt. Damit bleibt der Griesplatz ein wichtiger Umsteigepunkt, soll aber übersichtlicher und besser nutzbar werden.

Der Griesplatz ist heute stark versiegelt und vom Verkehr geprägt. Hitze, Lärm und wenig Aufenthaltsqualität bestimmen viele Bereiche. Die Neugestaltung soll mehr Grün, Schatten, sichere Wege, konsumfreie Aufenthaltsbereiche und eine bessere Nutzung des Platzes für den Bezirk bringen.

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