Zweimal „La Bohème“ in der Oper Graz: Klassiker trifft Rarität
Ein Titel, zwei Komponisten und zwei unterschiedliche Opernabende: Die Oper Graz stellt in der Saison 2026/27 gleich zwei Fassungen von „La Bohème“ gegenüber. Den Anfang macht Ruggero Leoncavallos selten gespielte Oper am 22. Oktober 2026, konzertant und nur an zwei Terminen. Am 28. November 2026 folgt Giacomo Puccinis berühmte Liebesgeschichte als szenische Inszenierung. Das Publikum kann damit zwei eigenständige Vertonungen desselben literarischen Stoffes kennenlernen.
Warum gibt es zweimal „La Bohème“ in der Oper Graz?
Beide Werke greifen auf Henri Murgers Geschichten über das Pariser Bohème-Leben zurück. Im Mittelpunkt stehen Kunst, Liebe und ein Alltag, in dem das Geld kaum zum Leben reicht. Hinter dem gemeinsamen Titel steckt allerdings auch eine Konkurrenzgeschichte: Leoncavallo hatte ein Libretto geschrieben und Puccini zur Vertonung angeboten. Dieser lehnte ab, arbeitete später aber an seiner eigenen „La Bohème“.
Puccinis Oper gelangte zuerst zur Aufführung und wurde langfristig zum Welterfolg. Leoncavallos Version blieb dagegen eine Rarität. Die Grazer Spielzeit ermöglicht einen direkten Vergleich dieser beiden musikalischen Zugänge.
Leoncavallos „La Bohème“: Nur zwei konzertante Vorstellungen
Leoncavallos Oper beleuchtet besonders die rauen Lebensumstände des Pariser Künstlermilieus. Humor und Tragik liegen dicht beieinander. In Graz wird das Werk konzertant aufgeführt – eine Aufführungsform, bei der Gesang und Orchester im Mittelpunkt stehen.
Die musikalische Leitung übernimmt Daniela Musca. Lisa Wittig singt Mimì, Petr Sokolov den Rodolfo, Anna Brull die Musette und Gaston Rivero den Marcello. Mit dabei sind die Grazer Philharmoniker sowie Chor und Extrachor der Oper Graz. Nach der Premiere am 22. Oktober gibt es am 4. November 2026 die zweite und letzte Vorstellung.
Puccinis „La Bohème“: Premiere am 28. November 2026
Für Puccinis Oper führt Tobias Ribitzki Regie, der an der Oper Graz bereits „Hoffmanns Erzählungen“ inszeniert hat. Bühne und Kostüme gestaltet Stefan Rieckhoff. Corina Koller und Pavel Petrov übernehmen die zentralen Rollen Mimì und Rodolfo. Als Musetta ist Ekaterina Solunya zu erleben, als Marcello Nikita Ivasechko.
Bei der Premiere steht Chefdirigent Vassilis Christopoulos am Pult. Einzelne spätere Vorstellungen dirigiert Johannes Braun.
Die Handlung von Puccinis „La Bohème“
Der Dichter Rodolfo lebt für seine Kunst und kämpft mit ständigen Geldsorgen. Als er Mimì begegnet, verlieben sich die beiden. Doch ihre gemeinsame Zukunft wird von Armut und Mimìs schwerer Krankheit überschattet. Die Oper erzählt davon, wie Liebe und künstlerische Träume an einer unerbittlichen Lebenswirklichkeit scheitern.
La Bohème in Graz: Termine und Tickets 2026/27
Die beiden Produktionen werden auf der Hauptbühne der Oper Graz gezeigt. Für Leoncavallos Fassung stehen zwei Abende zur Auswahl, Puccinis Oper bleibt bis Februar 2027 im Spielplan.
| Produktion | Termin | Beginn | Ticketpreise laut Spielplan |
|---|---|---|---|
| Leoncavallo – konzertante Premiere | 22. Oktober 2026 | 19:30 Uhr | 5 bis 80 Euro |
| Leoncavallo – letzte Vorstellung | 4. November 2026 | 19:30 Uhr | 5 bis 80 Euro |
| Puccini – szenische Premiere | 28. November 2026 | 19:30 Uhr | 8 bis 101 Euro |
Weitere Termine für Puccinis „La Bohème“
Im Dezember finden Abendvorstellungen am 2., 4., 10. und 16. Dezember 2026, jeweils um 19:30 Uhr, statt. Am 20. und 27. Dezember 2026 beginnt die Oper jeweils um 15:00 Uhr.
Im Jänner folgen Vorstellungen am 8., 14. und 16. Jänner 2027, jeweils um 19:30 Uhr. Im Februar wird die Produktion am 3., 10., 12. und 24. Februar 2027 gezeigt, ebenfalls jeweils um 19:30 Uhr.
Bei den Puccini-Folgevorstellungen nennt der Spielplan je nach Termin Preise von 7 bis 86 Euro beziehungsweise 8 bis 92 Euro.
Sprache, Dauer und Altersempfehlung für „La Bohème“
Beide Opern werden auf Italienisch mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Für Leoncavallos Fassung ist eine Dauer von rund zwei Stunden und 45 Minuten angesetzt, für Puccinis Oper rund zwei Stunden und 15 Minuten. Die Oper Graz empfiehlt Leoncavallos Werk ab 14 Jahren, Puccinis „La Bohème“ ab 12 Jahren.
Puccinis „La Bohème“ mit Live-Audiodeskription
Für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit wird die Vorstellung am 20. Dezember 2026 um 15:00 Uhr mit Live-Audiodeskription angeboten. Bereits um 13:00 Uhr beginnt ein Tastparcours, bei dem Kostüme, Perücken und Requisiten ertastet werden können. Die Anmeldung zum Tastparcours erfolgt unter anna.semlitsch@oper-graz.com.
Anreise zur Oper Graz: Eintrittskarte gilt auch für die Öffis
Spielort ist das Opernhaus am Kaiser-Josef-Platz 10. Die Eintrittskarte gilt am Vorstellungstag auch als Fahrkarte für die steirischen Verbundlinien: vier Stunden vor bis sieben Stunden nach Vorstellungsbeginn. Die Haltestelle Kaiser-Josef-Platz liegt direkt bei der Oper.
Auskünfte und Karten sind beim Ticketzentrum der Bühnen Graz unter +43 316 8000 beziehungsweise tickets@ticketzentrum.at erhältlich.
