Aufsteirern 2026 ohne Hütte der RosaLila PantherInnen

Beim Aufsteirern 2026 wird „Jodie’s Fuxteiflswüde Jausn-Hüttn“ nicht mehr vertreten sein. Die RosaLila PantherInnen wissen nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Monaten, dass es heuer keinen Platz für ihren Stand gibt. Weshalb die im Vorjahr viel besuchte queere Hütte keine Fortsetzung erhält, bleibt bislang offen.

Kein Platz für queere Hütte beim Aufsteirern 2026

Wenn am 19. und 20. September 2026 das 25. Aufsteirern in der Grazer Innenstadt gefeiert wird, fehlen die RosaLila PantherInnen im gastronomischen Angebot. Der Verein machte die Nichtteilnahme am 21. Juli 2026 öffentlich, nachdem er wiederholt nach den Vorbereitungen für das Festival gefragt worden war.

„Wir werden beim diesjährigen Aufsteirern nicht vertreten sein“, teilten die RosaLila PantherInnen mit. Dass es keinen Platz für die Hütte gebe, sei dem Verein bereits seit einigen Monaten bekannt. Ein konkreter Grund für die Entscheidung wurde in der Stellungnahme nicht genannt.

Auch eine öffentlich nachvollziehbare Stellungnahme der veranstaltenden Ivents Kulturagentur zu den Gründen liegt bislang nicht vor. Das Büro von Landeshauptmann und Volkskulturreferent Mario Kunasek erklärte laut einem Medienbericht, die Entscheidung sei Sache des Veranstalters und das Land habe mit dem Aus der Hütte nichts zu tun.

Politischer Streit um „Jodie’s Hüttn“ im Jahr 2025

Bereits die erstmalige Teilnahme der RosaLila PantherInnen am Aufsteirern 2025 war von einer politischen Debatte begleitet. Die geplante Hütte war zunächst angekündigt, danach jedoch wieder abgesagt worden. Aus dem Büro von Landeshauptmann Mario Kunasek waren damals Zweifel am „volkskulturellen Mehrwert“ des Standes gekommen. Der Veranstalter verwies außerdem darauf, dass das Aufsteirern keine Plattform für gesellschaftspolitisch kontroverse Provokationen sein solle.

Nach einem Gespräch zwischen dem Land Steiermark, den RosaLila PantherInnen und der Ivents Kulturagentur kam es wenige Tage vor dem Festival doch noch zu einer Einigung. Der Verein erklärte, dass weder politische Aktionen noch Provokationen geplant seien. Steirische Tracht, regionales Brauchtum und steirische Kulinarik sollten – wie bereits im ursprünglichen Konzept vorgesehen – im Mittelpunkt stehen.

Die Hütte durfte schließlich unter dem Namen „Jodie’s Fuxteiflswüde Jausn-Hüttn“ öffnen. Gastgeberin war die Grazer Dragqueen Jodie Fox, die gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern in Tracht Getränke und regionale Speisen ausschenkte.

Rosa Dirndlstoffe und steirische Kulinarik

Die mit rosa Dirndlstoffen und bunten Blumen dekorierte Hütte entwickelte sich nach Angaben der RosaLila PantherInnen zu einem Publikumsmagneten und beliebten Fotomotiv. Menschen unterschiedlicher Generationen und politischer Ansichten seien dort zusammengekommen, hätten gefeiert und miteinander gesprochen.

Auch der Veranstalter habe die Arbeit des Vereins und die positive Stimmung bei der Hütte ausdrücklich gelobt. Nach dem Festival berichteten die RosaLila PantherInnen von langen Warteschlangen, zahlreichen positiven Rückmeldungen und einer friedlichen Atmosphäre. Damals kündigte der Verein noch an, sich bereits auf das Aufsteirern 2026 zu freuen.

RosaLila PantherInnen bedauern das Aus

Die RosaLila PantherInnen sehen ihre Hütte vor allem als Ort der Begegnung. Queeres Leben sollte dort als selbstverständlicher Teil der steirischen Gesellschaft und Volkskultur sichtbar werden. Durch Gespräche sollten Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden.

„Beim Reden kommen d’Leut zam“, erklärte Vereinsvorsitzender Joe Niedermayer. Ein Volkskulturfest dürfe kein Platz für politischen Streit sein, sehr wohl aber für Menschenwürde. Der Verein bedauert daher, dass es beim diesjährigen Aufsteirern keine Fortsetzung geben wird.

Ob für spätere Ausgaben des Aufsteirerns eine Rückkehr möglich ist, ist derzeit nicht bekannt.

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