Gesund älter werden in Graz: Welche Vorsorgeuntersuchungen wirklich Sinn machen
Wer in Graz älter wird, bleibt meist aktiv: Spaziergänge am Murradweg, Treffen im Café, Kulturprogramm, Enkelkinder betreuen. Damit das lange so bleibt, spielt Vorsorge eine zentrale Rolle. Regelmäßige Checks helfen, Erkrankungen früh zu erkennen – oft, bevor Beschwerden überhaupt spürbar sind.

Neben Klassikern wie Blutdruck, Blutwerten oder Augenuntersuchungen wird ein Bereich noch immer unterschätzt: das Gehör. Dabei zeigt die Forschung klar, dass gutes Hören für Lebensqualität, Selbstständigkeit und geistige Fitness im Alter entscheidend ist. Ein wichtiger, unkomplizierter Einstieg ist ein Online-Hörtest – dieser lässt sich mittlerweile bequem von zu Hause aus durchführen.
Warum Vorsorgeuntersuchungen ab 50 so wichtig sind
Ab etwa 50 Jahren steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten deutlich. Die österreichische Vorsorgeuntersuchung (Gesundenuntersuchung) steht allen Menschen ab 18 einmal jährlich kostenlos zur Verfügung und legt den Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen – die häufigsten Todesursachen in dieser Altersgruppe.
Ziel dieser Vorsorge ist nicht, Krankheiten zu suchen, sondern Anzeichen und Risikofaktoren früh zu erkennen: Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Gewicht, Bewegung, Rauchen, Stress. Im ärztlichen Gespräch geht es darum, was man selbst im Alltag tun kann, um möglichst lange gesund und selbstständig zu bleiben.
So kann man früh geeignete Schritte einleiten, bevor ernsthafte Schäden entstehen. Das alles mit dem Ziel, die Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Vorsorgeuntersuchungen sind in Graz bei vielen Hausärzten, Internisten aber auch bei der ÖGK Graz möglich.
Was gehört alles zu einer Vorsorgeuntersuchung?
Zum klassischen Gesundheits-Check gehören laut österreichischen Gesundheitsportalen unter anderem: Anamnese (Gespräch über Beschwerden und Vorerkrankungen), körperliche Untersuchung, Blutabnahme, Harnuntersuchung, Kontrolle von Blutdruck, Gewicht und Body-Mass-Index sowie, je nach Alter und Risiko, weitere Tests (z. B. Stuhltest auf verborgenes Blut oder Überweisung zur Darmspiegelung).2

Ergänzend bieten manche Ärztinnen und Ärzte zusätzliche Checks an – etwa EKG, Ultraschall oder spezielle Beratungen zu Bewegung, Ernährung oder Rauchstopp. Diese können je nach Situation sinnvoll sein, fallen aber nicht immer in das kostenlose Standardprogramm.
Männer und Frauen haben viele gemeinsame Vorsorgebausteine – etwa Herz-Kreislauf-Checks, Blutwerte oder Blutdruckmessungen. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede, die ab dem 50. Lebensjahr stärker in den Fokus rücken.
Ist eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung Pflicht?
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sollen die Gesundheit von Beschäftigten schützen. Ob sie verpflichtend sind, hängt davon ab, welche Risiken am Arbeitsplatz bestehen. Laut Arbeitsinspektion sind Untersuchungen immer dann Pflicht, wenn Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer bestimmten Gefährdungen ausgesetzt sind – etwa Lärm, Schadstoffen, schwer körperlicher Belastung oder besonderen Belastungen wie Atemschutz, Fahr- oder Steuertätigkeiten.
Gibt es keine Gefährdungen, kann der Arbeitgeber freiwillige Untersuchungen anbieten. Diese dienen der Orientierung, ersetzen aber nicht die persönlichen Vorsorgeuntersuchungen bei der Hausärztin oder beim Hausarzt. Bei Unsicherheiten informieren Arbeitsmedizinerinnen oder die Arbeitsinspektion über die passenden Untersuchungen und Intervalle.
Blutdruck & Herz-Kreislauf – der wichtigste Check für die Allgemeingesundheit
Bluthochdruck (Hypertonie) gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall – und bleibt oft jahrelang unbemerkt. In Österreich zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern ab 45 und Frauen ab 65 zu den Haupttodesursachen.
Regelmäßige Blutdruckmessungen – im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, beim Hausarzt oder auch zu Hause – sind deshalb ein zentraler Baustein der Gesundheitsvorsorge. Ergänzend werden im Vorsorge-Setting meist Blutfette (Cholesterin), Blutzucker und weitere Laborparameter überprüft, um das persönliche Risiko besser einschätzen zu können.
Augenuntersuchung – Sehkraft & Augenerkrankungen rechtzeitig erkennen
Mit zunehmendem Alter verändern sich auch die Augen: Altersweitsichtigkeit, grauer Star oder grüner Star entwickeln sich oft schleichend. Wer über Jahre nicht zur Augenärztin oder zum Augenarzt geht, merkt eine Verschlechterung der Sehleistung manchmal erst spät.
Regelmäßige Augenuntersuchungen helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen – idealerweise noch bevor sie das Sehen merklich beeinträchtigen. Dazu gehören Sehtests, Kontrolle des Augendrucks, Betrachtung der Netzhaut und, falls notwendig, weitere Untersuchungen.
Gerade ab 50 ist es sinnvoll, die Augen alle paar Jahre – bei auffälligen Befunden auch häufiger – kontrollieren zu lassen. Das erhöht nicht nur Sicherheit im Straßenverkehr, sondern auch Lebensqualität im Alltag, etwa beim Lesen, Arbeiten am Bildschirm oder beim Erkennen von Gesichtern.
Gehörvorsorge – ein oft unterschätzter Baustein für gesundes Altern
Während Blutdruck oder Cholesterin regelmäßig kontrolliert werden, bleibt das Gehör bei der Vorsorge oft außen vor – obwohl laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als ein Viertel der Menschen über 60 einen relevanten Hörerlust hat. Hörverlust entsteht meist schleichend und wird lange überhört; Angehörige bemerken Veränderungen oft früher. Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen unbehandeltem Hörverlust und kognitivem Abbau (Demenz) im Alter. 4
Bleibt Hörverlust über längere Zeit unbehandelt, fehlen dem Gehirn wichtige Reize. Gespräche und soziale Interaktionen werden anstrengender oder seltener, Informationen gehen leichter verloren und geistige Aktivität kann abnehmen. Dieser schleichende Rückzug gilt als ein Faktor, der kognitive Einschränkungen bis hin zu Demenz im Alter begünstigen kann.
Ein regelmäßiger Hörtest gehört daher ebenso zur Vorsorge wie Augen- oder Zahnarzttermine. Wer möchte, kann einen Hörtest online zu Hause durchführen. Er liefert eine erste Einschätzung, ob das Gehör im Normbereich liegt oder ob ein Besuch in der HNO-Ordination oder einem Hörakustiker sinnvoll wäre.
Vorsorge in Graz: Wo bekomme ich die wichtigsten Untersuchungen?
In Graz gibt es eine breite Palette an Vorsorge-Angeboten:











