Blend Coffee Roasters am Joanneumring sucht neuen Betreiber
Seit Juni 2022 gibt es das Blend Coffee Roasters am Joanneumring 3. Mit Kaffee aus eigener Röstung, einer Dachterrasse und einigen Sitzecken im Inneren hat sich das Café einen Namen gemacht. Nun sucht Betreiber Peter Gries nach einer Nachfolge. Schon seit 2025 ist der Unternehmer auf der Suche nach Interessierten, die das Lokal übernehmen möchten.
Im Gespräch mit MeinBezirk erklärt Gries, warum er Graz den Rücken kehren möchte. Hohe Kosten, steigende Personalnebenkosten und aus seiner Sicht überbordende bürokratische Vorgaben hätten ihm die Freude am Unternehmertum genommen. Sein nächstes Projekt möchte er in Florida verwirklichen.
Steigende Kosten und Ärger über die Grazer Stadtpolitik
Besonders kritisch sieht Gries die Entwicklung der Grazer Innenstadt. Durch den Wegfall von Parkplätzen und die veränderte Verkehrssituation würden nach seiner Einschätzung Gäste ausbleiben. Enttäuscht zeigt er sich auch über die finanzielle Unterstützung während des Radwegausbaus. Eine ursprünglich angekündigte Baustellenförderung sei laut Gries letztlich nicht ausbezahlt worden, weil dafür kein Budget zur Verfügung gestanden habe. Der Unternehmer betont allerdings, dass das Blend Coffee Roasters nicht defizitär sei. Gesucht wird vielmehr eine geregelte Übergabe an jemanden, der das bestehende Konzept weiterentwickelt. Besonders bei der Dachterrasse sieht Gries noch ungenütztes Potenzial.
Unser letzter Besuch im Blend Coffee Roasters: Freundlichkeit und Sauberkeit ließen zu wünschen übrig
Dass dem Lokal neuer Schwung guttun könnte, zeigte sich allerdings auch bei einem Besuch der graz.net-Redaktion vor rund zwei Monaten.
Die Dachterrasse, zweifellos einer der größten Pluspunkte des Cafés, präsentierte sich damals nicht von ihrer besten Seite. Ungemütliche Plastikmöbel, nicht besonders sauber und keinerlei Deko am grauen Beton. Insgesamt entstand der Eindruck, dass es an Aufmerksamkeit für die Details mangelte, die ein gemütliches Kaffeehaus ausmachen.
Auch beim Service blieb kein besonders positiver Eindruck zurück. Der Mitarbeiter wirkte bei diesem Besuch wenig motiviert und nicht sonderlich freundlich. Besonders in Erinnerung blieb die Frage nach einem koffeinfreien Getränk. Auf die Frage „Was habt ihr denn koffeinfrei?“ kam zunächst die knappe Antwort „Nichts“. Nach einer kurzen Pause folgte der wenig einladende Nachsatz: „Ein Wasser kannst haben.“
Natürlich handelt es sich dabei um die Momentaufnahme eines einzelnen Besuchs. Daraus lässt sich weder auf die Leistung des gesamten Teams noch auf den üblichen Zustand des Lokals schließen. Der Eindruck war damals jedenfalls, dass dem Betrieb etwas von jener Begeisterung fehlte, die ein besonderes Café ausmacht.
Neue Betreiber könnten das Potenzial des Grazer Cafés besser ausschöpfen
Dabei bringt das Blend Coffee Roasters durchaus gute Voraussetzungen mit. Die zentrale Lage am Joanneumring, die eigene Kaffeerösterei und insbesondere die Dachterrasse sind klare Stärken. Die etablierten Grazer Caffeeshop-Ketten wie das Tribeka oder Ducks in unmittelbarer Nähe oder die vielen Cafés am und um den Jakominiplatz sind jedoch eine große Konkurenz.
Ob ein neuer Betreiber das bestehende Kaffeekonzept fortführt oder neue Ideen umsetzt, ist derzeit offen. Einen bestätigten Nachfolger gibt es bislang nicht. Auch ein konkreter Termin für eine Übergabe steht noch nicht fest.
