Graz-Marathon: Zu wenige Ersatzbusse und lange Wartezeiten sorgen für Kritik

Während am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, rund 15.000 Teilnehmer beim Graz-Marathon unterwegs waren, mussten zahlreiche Fahrgäste der Graz Linien vor allem eines mitbringen: Geduld. Durch die umfangreichen Straßensperren waren mehrere Straßenbahnlinien unterbrochen, zahlreiche Busse mussten umgeleitet werden und der Schienenersatzverkehr sollte die wichtigsten Verbindungen aufrechterhalten.

Doch genau dieser Ersatzverkehr funktionierte offenbar nicht überall wie erhofft. Die Interessenvertretung Fahrgast Steiermark übt deutliche Kritik an der Planung der Holding Graz. Zu wenige Busse, überfüllte Fahrzeuge und unregelmäßige Intervalle hätten den öffentlichen Verkehr am Marathontag erheblich beeinträchtigt.

Eigene Beobachtung: Mindestens 25 Fahrgäste blieben am Kalvariengürtel zurück

Dass die Kritik nicht aus der Luft gegriffen ist, konnte auch die Redaktion von graz.net am eigenen Leib erfahren. An der Haltestelle Kalvariengürtel warteten zahlreiche Menschen auf einen Ersatzbus. Als endlich ein Fahrzeug eintraf, war dieses bereits derart voll, dass praktisch niemand mehr zusteigen konnte.

Fahrgastverband: Ersatzbusse konnten Straßenbahnen nicht ersetzen

Ähnliche Beobachtungen machte auch die Interessenvertretung Fahrgast Steiermark. Besonders problematisch sei die wichtige Ersatzbusverbindung zwischen Hauptbahnhof und Jakominiplatz gewesen.

Auf dieser Strecke sollten Busse gleich mehrere Straßenbahnverbindungen ersetzen. Doch die angebotenen Kapazitäten reichten laut Fahrgastverband bei Weitem nicht aus. Generalsekretär Marcus Pirker kritisiert, dass es häufig zu überfüllten Fahrzeugen, langen Wartezeiten und unregelmäßigen Intervallen gekommen sei.

Seine Rechnung ist nachvollziehbar: Wenn normalerweise innerhalb von 15 Minuten vier Straßenbahnen unterwegs sind, können diese nicht einfach durch einen Gelenkbus alle sieben bis acht Minuten ersetzt werden. Die Beförderungskapazität ist deutlich geringer.

Betroffen waren dabei keineswegs nur Besucher des Marathons. Auch Menschen, die am Sonntag zur Arbeit mussten, zum Bahnhof wollten oder andere Wege zu erledigen hatten, waren auf funktionierende öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Fahrgastverband fordert Konsequenzen für kommende Großveranstaltungen

Fahrgast Steiermark fordert nun eine rasche Evaluierung des Ersatzverkehrs. Insbesondere die Kapazitäten und Intervalle müssten bei künftigen Großveranstaltungen besser auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden.

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