Gesunde Jause um rund 25 Prozent günstiger: So macht es das Lichtenfelsgymnasium

Gesunde Jause muss nicht teuer sein: Am BG/BRG Lichtenfels in Graz versorgt ein gemeinnützig betriebenes Schulbuffet rund 780 Schüler:innen mit belegten Weckerln, Wraps, Aufstrichbroten, warmen Snacks, Obst und Gemüse. Laut Betreiber liegen die Preise dabei rund ein Viertel unter dem Durchschnitt anderer Schulbuffets.

Das Buffet wird seit dem Schuljahr 2023/2024 von der gemeinnützigen SASt – Soziale Arbeit Steiermark betrieben. Neben der Verpflegung verfolgt das Projekt noch ein zweites Ziel: Die Organisation schafft Beschäftigungs- und Qualifizierungsplätze, insbesondere für langzeitarbeitslose Frauen, und verbindet damit Schulverpflegung mit sozialer Integration.

Wraps bestehen fast zu zwei Dritteln aus Gemüse

Beim Angebot setzt das Team bewusst auf kleine Veränderungen, die gesündere Jause attraktiver machen sollen. In nahezu allen belegten Weckerln steckt Gemüse, etwa Paprika oder Salat. Viele Weckerl gibt es auch in Dinkel-Varianten. Die angebotenen Wraps bestehen laut SASt sogar fast zu zwei Dritteln aus Gemüse und kommen bei den Schüler:innen gut an.

Zum Sortiment gehören außerdem Brote mit Aufstrich, warme Snacks sowie selbstgemachte Waffeln. Entscheidend sei dabei nicht nur, was angeboten wird, sondern auch, wie es präsentiert wird.

Preise laut Betreiber rund 25 Prozent unter dem Durchschnitt

Ein wichtiger Punkt ist die Leistbarkeit. SASt-Geschäftsführer Anton Edelsbrunner gibt an, dass die Preise am Lichtenfels-Schulbuffet rund ein Viertel unter den Durchschnittspreisen anderer Schulbuffets liegen.

Auch die Schule selbst profitiert von der Zusammenarbeit. Zusätzlich zum Jausenbuffet gibt es am BG/BRG Lichtenfels ein Mittagessen. Die schulinterne Mitarbeiterin der Mittagsausgabe unterstützt morgens das Buffet-Team, während das SASt-Team im Gegenzug beim Mittagsdienst mithilft. So sollen Personal und Abläufe besser ausgelastet werden.

Gesundheitsfonds unterstützt die Weiterentwicklung

Begleitet wird das Buffet durch das Programm „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – Unser Schulbuffet“ des Gesundheitsfonds Steiermark. Dabei werden Schulbuffets beraten und evaluiert. Zum Angebot gehören unter anderem Schulungen, Unterstützung beim Marketing gesundheitsförderlicher Produkte und Hilfe bei der Weiterentwicklung des Sortiments. Für Schulen in der ganzen Steiermark laufen derzeit zwei Förderprogramme.

Bis zu 4.900 Euro für Schulbuffets

Das Programm „Unser Schulbuffet 2025–2028“ richtet sich direkt an Schulbuffets. Möglich sind bis zu 4.900 Euro innerhalb von zwei Jahren. Inkludiert sind persönliche Beratung und Evaluierung, Schulungsangebote sowie Unterstützung bei der praktischen Umsetzung.

Bis zu 5.000 Euro für Gemeinschaftsverpflegung

Ein zweites Förderprogramm richtet sich speziell an Mittagessen und Automaten in Schulen sowie weitere Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Hier sind bis zu 5.000 Euro pro Einrichtung möglich. Finanziert werden können dabei nicht nur Beratungsleistungen und Speiseplanchecks. Auch Sachkosten sind möglich – etwa ein Gemüsehochbeet oder regionales und saisonales Gemüse für die Jause.

Der zweite Fördercall 2026 läuft seit 16. September und endet am 7. Oktober 2026. Einreichen können steirische Kinderkrippen und Schulen. Gefördert werden maximal 15 Einrichtungen; vergeben wird nach dem Prinzip „First come, first served“.

Tagung zur Schulverpflegung im November in Graz

Am 17. November 2026 findet im Schloss St. Martin die Tagung „Mehr Biss für die Schulverpflegung“ statt. Dabei geht es unter anderem um Best-Practice-Beispiele für Mittagessen, Schulbuffets und Automaten sowie um Ernährungskompetenz und praktische Umsetzung im Schulalltag.

Das Beispiel am Lichtenfels zeigt jedenfalls, dass gesündere Schulverpflegung nicht automatisch höhere Preise bedeuten muss – wenn Sortiment, Organisation und Förderung gut zusammenspielen.

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