Grazer Öffis: Klimaticket-Förderung um 40 Prozent gekürzt – Fahrpläne bleiben

Die Grazer Stadtregierung hat die Sparpläne für Bus und Bim konkretisiert: Fahrplankürzungen sind vom Tisch. Dennoch trifft der Sparkurs viele Öffi-Nutzer:innen direkt. Der Zuschuss zum Klimaticket Steiermark sinkt für Grazer:innen um bis zu 40 Prozent. Die SozialCard Mobilität bleibt erhalten.

Nach intensiven Budgetverhandlungen haben Bürgermeisterin Elke Kahr und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner am 30. Oktober 2026 eine Einigung für den öffentlichen Verkehr bekannt gegeben. Während das bestehende Angebot der Graz Linien aufrechterhalten werden soll, wird die städtische Förderung für das Klimaticket reduziert.

Klimaticket Graz: Förderung sinkt von 100 auf 60 Euro

Wer in Graz den Hauptwohnsitz hat und ein reguläres Klimaticket Steiermark kauft, erhält künftig nur noch 60 statt bisher 100 Euro Zuschuss von der Stadt. Das entspricht einer Kürzung um 40 Prozent. Bei den ermäßigten Varianten für Jugendliche unter 26 Jahren, Senior:innen ab 65 Jahren und Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 70 Prozent sinkt der Betrag von 75 auf 50 Euro – also um ein Drittel.

Städtischer ZuschussBisherKünftigWeniger Förderung
Klimaticket Classic Graz100 €60 €40 € (−40 %)
Jugend, Senior, Spezial Graz75 €50 €25 € (−33,3 %)

Für Fahrgäste bedeutet das bei unverändertem Grundtarif jährlich 40 beziehungsweise 25 Euro höhere Kosten. Eine allfällige allgemeine Tarifanpassung ist darin nicht enthalten. Ab wann genau die neuen Förderbeträge gelten, geht aus der Medieninformation noch nicht hervor.

Keine Taktausdünnung: Busse und Bims sollen unverändert fahren

Die wichtigste Entwarnung betrifft den Fahrplan. In den Budgetgesprächen waren auch weniger Fahrten und längere Intervalle zur Diskussion gestanden. Solche Einschnitte im Liniennetz der Graz Linien werden nach der aktuellen Einigung nicht umgesetzt. Die Stadtregierung verspricht, das gewohnte Fahrplanangebot in seiner bisherigen Dichte zu erhalten.

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner spricht in der Aussendung davon, einen drohenden „Öffi-Kahlschlag“ abgewendet zu haben. Für Menschen, die täglich auf Bus und Bim angewiesen sind, bleibt damit zumindest das bisherige Verkehrsangebot erhalten.

SozialCard Mobilität bleibt bei 70 Euro im Jahr

Für Grazer:innen mit geringem Einkommen bleibt die SozialCard Mobilität bestehen. Die Jahreskarte kostet weiterhin 70 Euro und gilt im gesamten Grazer Liniennetz. Auch die Stadtregierung hebt diesen Punkt ausdrücklich als Teil ihrer Einigung hervor.

Altstadtbim wird trotzdem abgeschafft

Die neue Einigung bedeutet allerdings nicht, dass alle bereits angekündigten Einschnitte im öffentlichen Verkehr zurückgenommen werden. Die kostenlose Altstadtbim endet mit 31. Dezember 2026. Ab 1. Jänner 2027 ist damit auch für kurze Fahrten innerhalb der bisherigen Gratiszone ein gültiger Fahrschein erforderlich. Die Straßenbahnen selbst verkehren weiterhin auf ihren Linien.

Im bereits vorgestellten Grazer Sparpaket sind außerdem weniger kostenlose Adventsamstage sowie ein eigener Tarif für die Schloßbergbahn vorgesehen. Bei den Adventfreifahrten sollen es künftig drei statt vier Samstage sein. Für die Schloßbergbahn ist geplant, die Gültigkeit regulärer Verbundzeitkarten zu beenden.

Was ist mit den neuen Flexity-Straßenbahnen?

Zuletzt stand auch die Anschaffung weiterer Flexity-Straßenbahnen als mögliche Sparmaßnahme im Raum. Die aktuelle Medieninformation enthält dazu keine neue Festlegung. Die Zusage, die Fahrpläne nicht auszudünnen, ist daher nicht mit einer ausdrücklichen Zusage für weitere Fahrzeugbestellungen gleichzusetzen.

Grazer Öffis: Keine schlechteren Intervalle, aber höhere Kosten

Die Einigung nimmt Fahrgästen die Sorge vor längeren Wartezeiten und gestrichenen Verbindungen. Gleichzeitig ist die Reduktion der Klimaticket-Förderung ein spürbarer Einschnitt: Wer das ganze Jahr öffentlich unterwegs ist, muss beim nächsten geförderten Ticketkauf – sobald die neue Regelung gilt – mehr bezahlen.

Damit bleibt der öffentliche Verkehr in Graz im angekündigten Umfang erhalten, während die Stadt einen Teil der bisherigen finanziellen Unterstützung zurückfährt. Für die Betroffenen ist das eine klare Mehrbelastung, auch wenn deutlich weitergehende Kürzungen nun nicht umgesetzt werden sollen.

Grundlage: Medieninformation der Grazer Koalition vom 30. Oktober 2026 und bisherige Förderbedingungen der Stadt Graz.

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