Hofbauermarkt Graz: Neue Markthalle am Hofbauerplatz eröffnet
Am Hofbauerplatz in Eggenberg wird wieder unter Dach eingekauft. Nach rund neun Monaten Bauzeit wurde die neue Markthalle am Mittwoch, 28. Oktober 2026, mitten im Marktbetrieb eröffnet. Rund 35 Betriebe verkaufen dort regionale Lebensmittel. Der erste reguläre Markttag ist am Samstag, 31. Oktober 2026, ab 6:00 Uhr.

Während der Bauzeit war der Bauernmarkt in den angrenzenden Park ausgewichen. Zum Soft-Opening bauten die Standbetreiber:innen schon ab 6:00 Uhr früh wieder in der Halle auf. Eröffnet haben Bürgermeisterin Elke Kahr, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner und Marktstadtrat Manfred Eber. Mit dabei waren Stadtbaudirektor Bertram Werle, Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter und die Marktleute. Für Schwentner war es ein persönlicher Termin: „Der Hofbauermarkt ist der Markt meiner Kindheit.“

Hofbauermarkt: Was die neue Markthalle bietet
Gebaut wurde seit Jänner unter der Leitung der Stadtbaudirektion. Zuerst hoben Kräne die W-förmigen Stahlbetonelemente ein, danach kamen bis zu 24 Meter lange Holzträger für das neue Dach. Die rund 650 m² große Halle hat neue Strom- und Wasseranschlüsse, moderne Beleuchtung und mehr Tageslicht. Eine Photovoltaikanlage liefert Strom für den Marktbetrieb.
Neu sind auch drei öffentliche Toiletten, eine davon barrierefrei, alle mit Wickelmöglichkeit. Die sanierten Terrazzo-Tischplatten aus der alten Halle sind wieder im Einsatz. Mobile Holztische ergänzen sie und machen die Aufstellung flexibel.
Öffnungszeiten am Hofbauermarkt
Die Markttage bleiben gleich: mittwochs und samstags von 6:00 bis 13:00 Uhr. Alle weiteren Märkte stehen in der Übersicht Bauernmärkte in Graz.
Themenmärkte und Veranstaltungen in der Halle geplant
Die Halle soll künftig nicht nur an Markttagen genutzt werden. Laut Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter soll sie auch außerhalb der regulären Marktzeiten Platz für Themenmärkte und Veranstaltungen bieten. Die Voraussetzungen dafür will die Stadt jetzt schaffen. Konkrete Termine gibt es noch nicht.
Mehr Grün am Hofbauerplatz
Rund um die Halle wurden 1.400 m² neu gestaltet. 23 Gleditschien sollen künftig Schatten spenden. Ihre Wurzelräume sind nach dem Schwammstadtprinzip angelegt, damit die Bäume gespeichertes Regenwasser nutzen können. Überschüssiges Dachwasser wird in einer 15.000-Liter-Zisterne zwischengespeichert und versickert kontrolliert. Dazu kommen erneuerte Wege, barrierefreie Übergänge und ein Trinkbrunnen.
Warum die denkmalgeschützte Markthalle neu gebaut wurde
Die Halle entstand 1972 nach Plänen von Franz Forstlechner und wurde später unter Denkmalschutz gestellt. Nach mehr als 50 Jahren war sie baulich am Ende. Sie wurde deshalb nach historischem Vorbild neu errichtet, und das Bundesdenkmalamt hat das Projekt gefördert. Die Neugestaltung stammt von Architekt Bernd Pürstl. Die Investition liegt laut Projektbeschluss bei rund 3,99 Millionen Euro.
Stadtbaudirektor Bertram Werle erinnerte an die lange Geschichte des Platzes: „Seit 1922 ist der Hofbauerplatz Marktgebiet – mehr als 100 Jahre später haben wir diesem traditionsreichen Ort ein neues Dach gegeben, ohne seine Geschichte darunter zu begraben.“
Der heute 101-jährige Forstlechner hätte bei der Eröffnung dabei sein sollen. Er und seine Enkelin Susanne Glatz mussten aber kurzfristig absagen. Die beiden hatten den Baufortschritt regelmäßig verfolgt und wollen die „Abnahme“ der Halle privat nachholen.
