Sparpaket in Graz: Altstadtbim vor dem Aus – was sich ändern soll
Die kostenlose Altstadtbim soll ab 2027 Geschichte sein, für die Schloßbergbahn ist ein eigener Tarif vorgesehen und die Holding will das Sponsoring der Profibereiche von Sturm, GAK und den 99ers beenden. Das zweite Grazer Sparpaket greift in mehrere Angebote ein. Besonders umstritten sind die Einschnitte im öffentlichen Verkehr.
Die Stadtregierung aus KPÖ und Grünen hat ein zweites Maßnahmenpaket zur Sanierung der Stadtfinanzen vorgestellt. Rund 55 Einzelmaßnahmen betreffen unter anderem Mobilität, Verwaltung, Personal und Förderungen. Während die Koalition damit die finanzielle Handlungsfähigkeit absichern will, warnen Wirtschaftskammer und Opposition vor Folgen für die Innenstadt und ihre Erreichbarkeit.

Altstadtbim soll mit 1. Jänner 2027 eingestellt werden
Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Altstadtbim: Das kostenlose Angebot soll mit 1. Jänner 2027 enden. Bisher können Fahrgäste innerhalb des gekennzeichneten Innenstadtbereichs ohne Fahrschein mit den regulären Straßenbahnen fahren. Die Stadtregierung begründet den Schritt mit der stark gestiegenen Zahl an Klimaticket-Nutzer. Dadurch habe das Angebot an Bedeutung verloren. Außerdem sollen Besucher die Innenstadt stärker zu Fuß erkunden und dabei Handel und Gastronomie beleben. Finanzstadtrat Manfred Eber beziffert den erwarteten finanziellen Effekt mit bis zu 700.000 Euro.
Noch am 10. September 2025 hatten die Grazer Grünen die Erweiterung der Altstadtbim über die Neutorgasse angekündigt. Damals begründeten sie den Ausbau ausdrücklich mit besserer Erreichbarkeit, Barrierefreiheit und einer Stärkung der Innenstadt.
WKO fordert Erhalt und Ausbau bis zum Hauptbahnhof
Die WKO Graz verlangt einen Stopp der Abschaffungspläne. Regionalstellenobmann Bernhard Bauer und Regionalstellenleiter Viktor Larissegger sehen in höheren Parkgebühren, weniger Adventfreifahrten und dem Ende der Altstadtbim eine Verschlechterung der Erreichbarkeit.
Auch die erhofften zusätzlichen Ticketeinnahmen stellt die Wirtschaftskammer infrage: Ob Fahrgäste für wenige Stationen tatsächlich einen Fahrschein kaufen würden, sei zweifelhaft. Mittelfristig fordert die WKO eine Erweiterung der Gratiszone bis zum Hauptbahnhof.
NEOS-Gemeinderätin Verena Garber kritisiert besonders die Folgen für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Sie kündigt eine dringliche Anfrage an Vizebürgermeisterin Judith Schwentner an. Dabei sollen die wirtschaftliche Datengrundlage und die untersuchten Auswirkungen der Abschaffung offengelegt werden.
Weniger Adventfreifahrten und eigener Tarif für die Schloßbergbahn
Auch die kostenlose Nutzung der Öffis an Adventsamstagen soll eingeschränkt werden. Vorgesehen sind künftig drei statt vier Freifahrttage. Welche konkreten Samstage betroffen sind, geht aus der Paketankündigung nicht hervor.
Für die Schloßbergbahn ist ein eigener Tarif geplant. Reguläre Zeitkarten des Verkehrsverbundes sollen dort künftig nicht mehr gelten. Die Stadtregierung ordnet die Bahn vor allem als touristische Attraktion ein und verweist auf vergleichbare Angebote in anderen Städten. Ein konkreter neuer Fahrpreis und ein Starttermin für diese Tarifänderung wurden in der Vorstellung des Pakets noch nicht genannt.
Holding will Profisponsoring für Sturm, GAK und 99ers beenden
Nach der aktuellen Spielsaison soll die Holding Graz das Sponsoring der Profibereiche von SK Sturm Graz, GAK und Graz 99ers einstellen. Die Unterstützung für Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Bereiche dieser Vereine soll bestehen bleiben.
Insgesamt soll das Sponsoringvolumen ungefähr halbiert werden. Eber erwartet dadurch Einsparungen von rund einer Million Euro. Mit der Neuausrichtung will die Holding die Unterstützung kleinerer und mittlerer Vereine langfristig absichern.
Bildung und Sport: Mehr Budget, Streit um zusätzliche Hallenkosten
Für Bildung und Sport kündigt die Stadtregierung jeweils eine Budgeterhöhung von 1,39 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr an. Das Sportamt soll außerdem die vollständige Finanzierung der Hallenabgänge jener Grazer Sportstätten übernehmen, die von ASKÖ, ASVÖ und Sportunion betrieben werden.
ÖVP-Stadtrat Kurt Hohensinner kritisiert diese Darstellung. Seiner Einschätzung nach übersteigen die zusätzlich zu tragenden Hallenkosten die angekündigte Budgeterhöhung deutlich. Er sieht dadurch weniger finanziellen Spielraum für andere Sportausgaben. Auch das geplante Ende des Profisponsorings stößt bei ihm auf Ablehnung.
Bei den freiwilligen Leistungen der Stadtregierungsmitglieder sind Kürzungen von insgesamt rund 2,2 Millionen Euro vorgesehen. Für freiwillige Leistungen und Förderungen sollen weiterhin rund 80 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Personal und Jobticket: Änderungen bei Stadt und Holding Graz
Bei der Holding Graz soll künftig ein Viertel der durch Pensionierungen frei werdenden Verwaltungsstellen unbesetzt bleiben. Eine entsprechende Vorgangsweise ist bereits beim Magistrat vorgesehen.
Für Beschäftigte von Magistrat und Holding soll sich außerdem die Finanzierung des Jobtickets ändern. An die Stelle der bisherigen vollständigen Kostenübernahme tritt nach den Plänen ein gehaltsabhängiger Zuschuss. Niedrigere Einkommen sollen stärker unterstützt werden als höhere. Konkrete Einkommensgrenzen und Zuschusshöhen nennt die Paketankündigung noch nicht.
Weniger Geld für Stadtratsbüros und Klubförderung
Beim politischen Personal in den Stadtratsbüros sind Einsparungen von insgesamt 400.000 Euro vorgesehen. Die Klubförderung soll um weitere fünf Prozent sinken. Die bereits um 15 Prozent reduzierten Bezirksratsbudgets bleiben auf diesem Niveau.
Ressourcenpark und Pensionen: Weitere Maßnahmen im Sparpaket
Im Ressourcenpark sollen die verlängerten Öffnungszeiten an langen Sommersamstagen bis 20:00 Uhr entfallen. Vorgesehen sind reguläre Öffnungszeiten von Montag bis Samstag, jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr.
Miet- und Pachtverträge will die Stadt auf ihren Nutzen überprüfen und gegebenenfalls kündigen. Für pensionierte städtische Beamt sieht das Paket die Umsetzung der vom Bund beschlossenen Pensionsanpassung mit 1. Juli 2027 vor.
Grazer Budget: Zum Sparziel fehlen noch 10,9 Millionen Euro
Das zweite Paket soll den operativen Saldo, also die Differenz zwischen laufenden Einnahmen und Ausgaben, 2027 um 20,5 Millionen Euro und 2028 um 23,1 Millionen Euro verbessern. Zusammen mit dem ersten, im September beschlossenen Paket ergeben sich rechnerisch geplante Verbesserungen von 40 Millionen Euro für 2027 und 54,1 Millionen Euro für 2028.
Das Ziel für 2028 liegt bei 65 Millionen Euro. Damit verbleiben 10,9 Millionen Euro, die durch weitere Maßnahmen abgedeckt werden müssen.
Am 15. Oktober 2026 beginnen die Budgetgespräche zwischen Eber und den übrigen Mitgliedern der Stadtregierung. Zusätzlich ist eine Untersuchung der Verwaltungsstrukturen im „Haus Graz“ vorgesehen. Ihre Ergebnisse sollen spätestens Mitte 2027 als Grundlage für weitere politische Entscheidungen vorliegen.

P.S. Bitte entschuldigen Sie den Fehler, der mir vorhin passiert ist.
Der Satz hätte lauten sollen:
Was mir „lächerlicherweise“ ans Herz geht, ist, dass Graz angeblich kein Geld hat aber Millionen für
eine Menge von Flexitys – für alte Menschen wie mich leider deprimierend hässlich – ausgeben kann.
Sehr geehrte Damen und Herren,
zugegeben, ich verstehe zu wenig von all dem, was uns täglich erklärt wird.
Was mir „lächerlicherweise“ ans Herz geht, ist, dass Graz angeblich kein Geld hat aber Millionen für
eine Menge von Flexitys – für alte Menschen wie mich leider deprimierend hässlich – ausgeben können. Graz hat eine Menge barrierefreie Straßenbahnen; wenn ein behinderter Mensch also einmal eine der noch vorhandenen Hochflur-Trams kommt, dann soll er/sie eben ein paar Minuten auf eine Variobahn od. den Cityrunner warten. Die Trams fahren sowieso äusserst fleißig. – Obwohl es unwichtig ist; die Verschrottung aller SGP 500 Bahnen bricht mir das Herz.
Beste Grüße, Elisabeth Zamecnik