Umbruch bei Grazer Baumärkten: Hornbach eröffnet, Hellweg vor dem Aus

Während in Liebenau einer der größten neuen Handelsstandorte des Jahres kurz vor der Eröffnung steht, droht einem anderen Grazer Baumarkt das Aus: Hornbach soll am 11. September 2026 seinen neuen Markt am Liebenauer Gürtel eröffnen und rund 110 Arbeitsplätze schaffen. Fast zeitgleich wurde für Hellweg in Eggenberg die gerichtliche Schließung beantragt. Eine Investorenlösung könnte den Standort allerdings noch retten.

Der September bringt Bewegung in die Grazer Baumarktlandschaft. Auf der einen Seite steht eine große Neueröffnung unmittelbar bevor: Am 11. September 2026 soll Hornbach seinen neuen Bau- und Gartenmarkt am Liebenauer Gürtel 39 eröffnen.

Auf der anderen Seite spitzt sich die Insolvenz der österreichischen Hellweg-Gesellschaft weiter zu. Nachdem bereits für zwei Standorte die Schließung beantragt wurde, folgte am 31. August 2026 auch der entsprechende Antrag für den Hellweg-Markt in Graz-Eggenberg.

Hornbach eröffnet neuen Baumarkt in Graz-Liebenau

Rund ein Jahr nach dem Spatenstich steht der neue Hornbach in Liebenau vor der Fertigstellung. Der Bau- und Gartenmarkt entsteht auf einem Grundstück am Liebenauer Gürtel 39.

Auf rund 15.000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll künftig ein umfangreiches Sortiment rund um Bauen, Renovieren und Garten angeboten werden. Nach Angaben des Unternehmens entstehen mit dem neuen Markt rund 110 Arbeitsplätze.

Hornbach selbst hatte die Eröffnung bislang für Herbst 2026 angekündigt. Aktuell wird der 11. September 2026 als konkreter Eröffnungstermin genannt. Auch ein für diesen Tag angekündigter Auftritt bei der Markteröffnung bestätigt den Termin zusätzlich.

Vom Amazon-Projekt zum neuen Baumarkt

Das Grundstück am Liebenauer Gürtel hat bereits eine längere Vorgeschichte. Auf dem Areal sollte ursprünglich ein Amazon-Verteilzentrum entstehen. Die entsprechenden Pläne wurden jedoch 2022 zurückgezogen.

Schließlich sicherte sich Hornbach die Fläche für seinen neuen Grazer Standort. Im September 2025 erfolgte der Spatenstich.

Bei der Errichtung setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auch auf ein Grünraum- und Energiekonzept. Geplant wurden unter anderem eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe sowie eine Anlage zur Nutzung von Regenwasser.

Mit dem neuen Standort wächst das österreichische Filialnetz von Hornbach weiter. In der Steiermark ist das Unternehmen bereits in Seiersberg und Leoben vertreten. Der neue Markt in Liebenau wird damit der dritte steirische Hornbach-Standort.

Gleichzeitig droht Hellweg in Graz-Eggenberg das Aus

Während Hornbach expandiert, geht es für einen anderen Baumarkt in Graz um die Zukunft. Über die österreichische HELLWEG Die Profi-Baumärkte GmbH wurde am 30. Juni 2026 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet.

Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung betrieb das Unternehmen sechs Bau- und Gartenmärkte in Österreich und beschäftigte insgesamt 165 Mitarbeiter.

Die wirtschaftlichen Dimensionen sind erheblich: Laut KSV1870 stehen Aktiva mit einem Buchwert von rund 20,82 Millionen Euro Passiva von rund 23,88 Millionen Euro gegenüber. Betroffen sind rund 280 Gläubiger.

Schließung von Hellweg in Eggenberg beantragt

Für die steirischen Hellweg-Standorte in Raaba und Fürstenfeld wurde bereits Mitte August die Schließung beantragt. Ein potenzieller Investor hatte für diese beiden Märkte nach einer Prüfung keine positive Fortführungsperspektive als Baumarkt gesehen.

Am 31. August 2026 folgte der nächste Schritt: Der Sanierungsverwalter beantragte beim Landesgericht Linz auch die insolvenzgerichtliche Schließung der verbliebenen Standorte.

Davon betroffen ist der Hellweg-Markt in der Eckertstraße 5 in Graz-Eggenberg. Gleichzeitig wurden Schließungsanträge für Ried im Innkreis, Straßwalchen und Kirchdorf an der Krems gestellt.

Bei diesen vier Märkten sind insgesamt 116 Beschäftigte betroffen.

Investor könnte Hellweg-Standort noch retten

Ein Schließungsantrag bedeutet allerdings noch nicht zwangsläufig das endgültige Ende des Grazer Baumarktes.

Im Hintergrund laufen weiterhin Verhandlungen mit einem potenziellen Investor. Ziel ist nach Angaben im Insolvenzverfahren, die vier verbliebenen Standorte geordnet an diesen zu übergeben.

Der mögliche Investor soll die Märkte anschließend mit eigenem Warenbestand fortführen und die Beschäftigten übernehmen. Um wen es sich handelt, wurde aufgrund der laufenden Gespräche bislang nicht bekannt gegeben.

Die beantragte Schließung steht dabei auch mit der Verwertung der derzeit vorhandenen Hellweg-Warenbestände in Zusammenhang.

Ob aus dem bisherigen Hellweg in der Eckertstraße künftig tatsächlich wieder ein Baumarkt unter einem anderen Namen wird, hängt damit wesentlich vom Ausgang dieser Gespräche ab.

Hellweg Raaba wird bereits versteigert

Für den zweiten Hellweg-Standort im unmittelbaren Grazer Raum sieht die Situation anders aus. Für Graz-Raaba in der Josef-Krainer-Straße war die Schließung bereits am 12. August beantragt worden.

Gemeinsam mit dem Markt in Fürstenfeld wird dort nun der Warenbestand verwertet. Insgesamt sollen rund 50.000 Positionen aus den beiden steirischen Filialen über zehn Online-Auktionen versteigert werden. Die ersten Zuschläge sind ab 7. September 2026 vorgesehen.

Für Raaba hatte der potenzielle Investor keine wirtschaftlich tragfähige Perspektive zur Fortführung als Baumarkt gesehen.

Grazer Baumarktlandschaft vor Veränderungen

Damit treffen im September zwei völlig unterschiedliche Entwicklungen aufeinander: Im Süden von Graz investiert Hornbach in einen 15.000 Quadratmeter großen neuen Markt und rund 110 Arbeitsplätze. Gleichzeitig steht in Eggenberg die Zukunft eines etablierten Baumarktstandortes auf der Kippe.

Ob der Hellweg-Standort tatsächlich endgültig verschwindet oder unter einem neuen Betreiber weitergeführt wird, ist derzeit noch offen.

Fix ist hingegen: Mit der geplanten Hornbach-Eröffnung am 11. September 2026 bekommt die Grazer Baumarktlandschaft in wenigen Tagen einen großen neuen Mitbewerber.

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