Geco Festival 2026: Nachhaltigkeit, Fair Fashion & Talks
Nachhaltig leben ist bunt, ideenreich – und muss nicht schwierig sein. Das will das Grazer Eco Festival (kurz Geco Festival) auch 2026 wieder zeigen. Zum vierten Mal verwandelt sich Graz in eine Oase der Nachhaltigkeit – und zwar von 29. Mai bis 14. Juni 2026
Im Zentrum steht wieder der Lendhafen, dazu kommen unter anderem die FH Joanneum, die Murinsel, das Meerscheinschlössl, der Schlossberg, das Liebig und Orte im Grazer Umland. Erstmals reicht das Programm auch stärker in Gemeinden und Regionen rund um Graz hinein, etwa nach Stattegg, Ragnitz oder Gratwein-Straßengel.

Geco Festival 2026: Nachhaltigkeit als Stadtprogramm
Das Geco Festival ist kein klassisches Messeformat, sondern verteilt sich über die Stadt. Das Programm reicht von Vorträgen und Diskussionen über Workshops, Wanderungen, Filmvorführungen und Märkte bis hin zu Musik, Kulinarik und Familienprogramm. Damit setzt das Festival bewusst dort an, wo Nachhaltigkeit im Alltag konkret wird: beim Einkaufen, Kochen, Reparieren, Fortbewegen, Konsumieren und Zusammenleben.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2026 auf sozialer Nachhaltigkeit. Damit geht es nicht nur um Klima, Ressourcen und Konsum, sondern auch um Fragen von Teilhabe, Leistbarkeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und globaler Verantwortung. Gerade dieser Zugang macht das Festival für ein breiteres Publikum interessant: Wer sich bereits intensiv mit Nachhaltigkeit beschäftigt, findet vertiefende Inhalte. Wer erst einsteigen möchte, bekommt praktische Impulse ohne erhobenen Zeigefinger.
Warum das Geco Festival in Graz gewachsen ist
Bis 2023 hatte Graz kein eigenes Nachhaltigkeitsfestival dieser Größenordnung. Aus einer einzelnen Idee ist inzwischen ein mehrwöchiges Format geworden, das Initiativen, Vereine, Hochschulen, Unternehmen und Besucher zusammenbringt. 2026 tritt das Festival noch stärker als Plattform für Vernetzung auf.
Dazu tragen Kooperationen mit anderen Formaten und Organisationen bei, darunter das clim@-Festival, das Crossroads Festival, Bio Austria Steiermark, Bahn zum Berg, die FH Joanneum, die Universität Graz und weitere lokale Initiativen. Dadurch entsteht kein isoliertes Event, sondern ein Programm, das viele bestehende Nachhaltigkeitsprojekte sichtbar macht.
Programm-Höhepunkte beim Geco Festival 2026
Bereits der Auftakt zeigt die Breite des Festivals. Am 29. Mai startet das Programm mit einem Community Hike im Grazer Bergland und einem Climate-Festival rund um den Mariahilferplatz. Dort stehen unter anderem Vintage-Flohmarkt, Kleidertausch, Radl-Check, Repair-Café, Musik und Kultur am Programm.
Am 30. Mai führt eine Radtour durch das „essbare Graz“. Dabei geht es um öffentliche Nasch- und Gemeinschaftsgärten, wildes Stadtobst und essbare Pflanzen im Stadtbild. Am 1. Juni dreht sich ein Biotag im Bernardin-Saal des Franziskanerklosters um das Mikrobiom, Landwirtschaft und Bodenleben. Dazu kommt eine Filmvorführung von „Planet Soil“ in Kooperation mit dem Crossroads Festival.
Nachhaltigkeitstag an der FH Joanneum
Ein großer Programmtag findet am 11. Juni 2026 an der FH Joanneum statt. Unter dem Titel „From Awareness to Action“ geht es um Klima, Umwelt, nachhaltige Wirtschaft, Mobilität und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Tagsüber stehen Infostände, eine Posterausstellung, Workshops, Flohmarkt und ein E-Repair-Café am Programm.
Der öffentliche Vortragsblock startet am Nachmittag im Audimax. Rajan Mehta spricht über globale Ursachen, Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten rund um die Klimakrise. Danach folgt Nachhaltigkeitsforscher Thomas Brudermann mit einem Vortrag zu psychologischen Barrieren bei nachhaltigen Veränderungen. Im Anschluss gibt es ein Podiumsgespräch mit Diskussion. Die Vortragssprache ist Englisch.
Murinsel: Rajan Mehta, Nunu Kaller und Filmabend
Am 12. Juni wird die Murinsel zu einem der zentralen Festivalorte. Um 18:30 Uhr steht Rajan Mehta mit „Backstage Climate: The Science and Politics Behind Climate Change“ am Programm. Der Klima-Unternehmer und Autor spricht über wissenschaftliche Grundlagen, natürliche Klimazyklen, die Rolle des Menschen und politische sowie wirtschaftliche Gründe für fehlende Klimaschutzmaßnahmen.
Um 19:30 Uhr folgt Nunu Kaller mit dem Vortrag „Warum konsumieren wir – und wie konsumieren wir?“. Die Autorin und Aktivistin ist durch ihre Arbeit zu fairem Konsum, Konsumkritik und Transparenz in der Textilindustrie bekannt. Ihre Themen passen besonders gut zum Geco Festival: bewusster Konsum, faire Mode, weniger Wegwerfen und mehr Nachdenken über das eigene Kaufverhalten.
Danach folgt um 21:00 Uhr die Österreichpremiere von „The Eternal Song – Earth“ auf der Murinsel.
Fair Fashion Day am Lendhafen
Am 13. Juni 2026 rückt am Lendhafen faire Mode in den Mittelpunkt. Beim Fair Fashion Day gibt es einen „Pay what you want“-Flohmarkt von Dogdays of Summer und einen Lagerabverkauf der Grazer Marke Apflbutzn. Damit setzt das Festival ein sichtbares Zeichen für bewussten Konsum, Secondhand, Kreislaufdenken und nachhaltige Kleidung.
Parallel dazu richtet sich ein Kinderprogramm an Familien. Geplant sind unter anderem Jonglierworkshop, Tanzwerkstatt und Riesenseifenblasen. Auch ein kostenloser Insektenhotel-Workshop steht am Programm. Dadurch wird der Lendhafen an diesem Tag nicht nur zum Treffpunkt für Fair Fashion, sondern auch zu einem offenen Festivalort für mehrere Generationen.
Kulinarik, Kochworkshop und Geco Kulinarikpass
Auch Kulinarik spielt beim Geco Festival 2026 wieder eine wichtige Rolle. Der Klima-Pakt-Kochworkshop „Kühlende Gerichte für heiße Tage“ findet am 10. Juni 2026 von 16:00 bis 20:00 Uhr im Haus der Begegnung der Pfarre Ragnitz statt. Gemeinsam gekocht werden pflanzliche Gerichte aus regionalen und saisonalen Zutaten. Inhaltlich geht es auch um klimafreundliche Ernährung.
Zusätzlich macht der Geco Kulinarikpass nachhaltige Gastronomie sichtbar. Damit passt das Festival gut zu Graz als Stadt, in der Genuss und bewusstes Einkaufen längst kein Widerspruch mehr sein müssen.
Abschluss mit Karim El-Gawhary im Meerscheinschlössl
Den Abschluss des Festivals bildet am 14. Juni 2026 ein Vortrag von Karim El-Gawhary im Meerscheinschlössl. Der Reporter und Autor spricht über soziale und politische Auswirkungen der Klimakrise im Nahen Osten. Das Thema macht deutlich, dass Klimafragen nicht an Landesgrenzen enden und ökologische Krisen immer auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Folgen haben.
Musikalisch begleitet wird der Abend von Simon Reithofer und Dominik Simon mit Gypsy Jazz und Swing-Klassikern. Damit endet das Geco Festival 2026 nicht mit einer reinen Fachdebatte, sondern mit einem Abend, der Information, Reflexion und Kultur verbindet.
Kostenloses Nachhaltigkeitsfestival für eine breite Zielgruppe
Das Geco Festival richtet sich nicht nur an eine kleine Szene. Die Veranstaltungen sollen Menschen erreichen, die bereits nachhaltig leben wollen, aber auch jene, die sich erstmals mit einzelnen Themen beschäftigen. Dazu passt, dass die Programmpunkte kostenlos zugänglich sind. Bei einzelnen Workshops und Veranstaltungen ist wegen begrenzter Plätze eine Anmeldung notwendig.
Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten setzt das Festival auf einen wichtigen Punkt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht automatisch, mehr Geld auszugeben. Reparieren statt Wegwerfen, Secondhand statt Neukauf, bewusster Konsum, regionale Kreisläufe und pflanzliche Küche können auch entlasten. Das Festival will diese Möglichkeiten sichtbar machen und zeigen, dass nachhaltiges Leben nicht bei großen Entscheidungen beginnen muss, sondern oft im Kleinen anfängt.
