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Zu Fuß von Graz nach Mariazell: Sechs Tage am Mariazellerweg 06

Von Graz zu Fuß nach Mariazell – das ist eine dieser Unternehmungen, für die man nicht erst weit anreisen muss. Wir schließen zu Hause die Tür, fahren mit der Bim zum Hilmteich und stehen etwa eine halbe Stunde später am Ausgangspunkt einer sechstägigen Wanderung. Vor uns liegen der Schöckl, das Almenland, lange Waldwege, mehrere kräftige Auf- und Abstiege und schließlich Mariazell.

Am Mariazellerweg

Der große Vorteil für Grazerinnen und Grazer: Für den Start braucht man weder ein Auto noch einen aufwendigen Transfer. Der Hilmteich ist mit der Straßenbahnlinie 1 erreichbar. Von hier führt der Weg durch den Leechwald nach Mariatrost und weiter in Richtung St. Radegund. Zurück geht es nach der Ankunft in Mariazell mit Bus und Zug über Kapfenberg nach Graz.

Der Steirische Mariazellerweg 06 beginnt allerdings nicht erst in Graz. Seine vollständige Route kommt aus der Südweststeiermark und führt über Graz weiter nach Mariazell. Bei Eibiswald mündet obendrein der Kärntner Mariazellerweg in den steirischen, sodass man auch direkt aus Klagenfurt über Graz nach Mariazell gehen könnte. Wir konzentrieren uns in diesem Erfahrungsbericht auf den für Graz besonders interessanten Abschnitt vom Hilmteich bis Mariazell.

Wir gehen die Strecke in sechs Tagesetappen. Dabei zeigt sich schon während der Planung: Nicht immer bestimmt der offizielle Wegverlauf die Länge einer Etappe. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wo überhaupt eine Unterkunft verfügbar ist und ob es dort auch etwas zu essen gibt. Dadurch werden manche Tage deutlich länger, als man es anhand der klassischen Etappeneinteilung erwarten würde.

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Ausrüstung für sechs Tage am Mariazellerweg

Die verwendeten Rucksäcke waren für sechs Tage etwas knapp bemessen. Rund 40 Liter hätten das Packen erleichtert. Ebenfalls unverzichtbar waren mindestens zwei Liter Wasser pro Person und Wanderstöcke für die langen, teilweise sehr steilen Abstiege.

Die Etappen im Überblick

Die Angaben stammen von unseren Garmin-Aufzeichnungen. Bei den Zeiten handelt es sich um die gesamte Aufzeichnungszeit einschließlich unserer Pausen.

StartZielUnterkunftDistanz (km)Aufstieg (HM)Abstieg (HM)Zeit
Graz – HilmteichStubenberghaus am SchöcklStubenberghaus21,1813452896:46
Stubenberghaus / SchöcklStoakoglhütte / SommeralmAirbnb Stoakoglhütte30,75114211959:38
Stoakoglhütte / SommeralmFischbachZum Forsthaus24,0669710737:18
FischbachMitterdorf im MürztalPension Austria21,3178311897:14
Mitterdorf im MürztalNiederalpl / PlodererhofPension Benesch in Aschbach33,3515559189:57
NiederalplMariazellMagnus Klause19,695539066:08
150,336075557047:04

Etappe 1: Vom Hilmteich über Mariatrost auf den Schöckl

Mit Bus und Bim zum Ausgangspunkt

Um 7:00 Uhr starten wir zu Hause. Am Jakominiplatz gibt es noch ein kleines Frühstück, danach fahren wir weiter zum Hilmteich. Der Beginn ist angenehm. Vom Hilmteich geht es durch den Leechwald in Richtung Mariatrost. Graz verabschiedet sich hier nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt: zuerst Straßenbahn, Häuser und Spazierwege, wenig später Wald, Wiesen und Bauernhöfe.

Die Basilika Mariatrost ist das erste markante Zwischenziel. Hier findet man übrigens eine schöne Toilette, auch zum Auffüllen des Wassers. Obwohl wir Graz noch nicht lange verlassen haben, fühlt sich der Weg hier bereits wie eine richtige Fernwanderung an. Die Stadt bleibt hinter uns, während vor uns die ersten größeren Steigungen warten.

Über St. Radegund zum Fuß des Schöckls

Von Mariatrost führt der Mariazellerweg über die Föllingerstraße weiter in Richtung St. Radegund. Wer sich schon nach den ersten Kilometern stärken möchte, kann dies bei Fausters Früchtchen machen, am Parkplatz des 3D Bogenparcours befindet sich ein SB-Kühlschrank mit hausgemachten Fruchtsäfen. Die Strecke lässt sich zunächst locker gehen. Sie verläuft erst entlang der Straße, dann durch Waldstücke, über Wiesen und an Bauernhöfen vorbei. Das Wetter ist gut und wir kommen ohne größere Probleme voran.

In St. Radegund haben wir Glück: Im Ort findet gerade ein Pfarrfest statt. Diese Gelegenheit nutzen wir für eine längere Pause und eine Stärkung. Sie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der Schöckl wartet noch auf uns. Wochentags gibt’s hier einen Nah&Frisch oder einige Lokale zur Stärkung.

Bis hierher fühlt sich die Etappe trotz der bereits zurückgelegten Kilometer vergleichsweise entspannt an. Mit dem eigentlichen Aufstieg auf den Grazer Hausberg ändert sich das allerdings rasch.

Der Schöckl ist der erste richtige Test

Der Anstieg auf den Schöckl ist deutlich steiler und stellenweise steinig. Nach Mariatrost und St. Radegund sammelt man hier noch einmal viele Höhenmeter auf relativ kurzer Strecke. Der Weg führt durch den Wald und verlangt nach dem vergleichsweise lockeren Beginn erstmals kräftig Kondition.

Unsere Wanderstöcke machen sich bereits am ersten Tag bezahlt. Vor allem auf den steileren und unebenen Abschnitten helfen sie, einen gleichmäßigen Rhythmus zu halten und die Beine zu entlasten.

Am Ende zeigt die Garmin-Uhr für diese erste Etappe 21,18 Kilometer und 1.345 Höhenmeter im Aufstieg. Damit ist der erste Tag alles andere als eine gemütliche Aufwärmrunde. Besonders mit den für sechs Tage gepackten Rucksäcken spüren wir die letzten Höhenmeter deutlich.

Übernachten im Stubenberghaus

Unser Tagesziel ist das Stubenberghaus direkt auf dem Schöckl. Der Empfang ist ausgesprochen freundlich und unkompliziert. Wir beziehen ein kleines, aber tolles Zimmer im zweiten Stock. Pro Person kostet eine Nacht im Doppelzimmer 85,- Euro inkl. Frühstück. Viel Platz brauchen wir ohnehin nicht: Rucksäcke abstellen, duschen, Kleidung sortieren und für eine Weile die Beine hochlagern.

Nach der Pause gehen wir noch einmal hinaus. Das Wetter spielt mit und wir erleben einen wunderbaren Sonnenuntergang am Schöckl. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Bergen, während es rund um das Gipfelkreuz zunehmend ruhiger wird. Solche Momente sind einer der Gründe, warum sich eine Übernachtung direkt am Berg lohnt. Während der Großteil der Tagesgäste längst wieder im Tal ist, bleibt uns am Abend der Schöckl beinahe allein.

Etappe 2: Vom Schöckl über Passail zur Sommeralm und Stoakoglhütte

Ein später Start wegen des Frühstücks

Am nächsten Morgen müssen wir uns etwas gedulden. Frühstück gibt es im Stubenberghaus erst ab 8:00 Uhr. Für eine Etappe mit mehr als 30 Kilometern ist das später, als wir normalerweise starten würden. Überrascht sind wir, dass erste Wanderer schon zu Sonnenaufgang am Grazer Hausberg erscheinen.

Das Frühstück selbst ist dafür sehr gut. Es gibt ein kleines Buffet mit allem, was wir für den Beginn eines langen Wandertages brauchen. Wir frühstücken in Ruhe und machen uns anschließend fertig. Um etwa 8:30 Uhr starten wir in Richtung Passail und Sommeralm.

Kleine Helfer für sechs Wandertage

Der Abstieg ist anstrengender als erwartet

Ausgerechnet der Abstieg vom Schöckl erweist sich als der anstrengendste Teil des Tages. Der Weg hinunter zum Schöcklkreuz ist steil, steinig und teilweise von Wurzeln durchzogen. Hier geht es weniger um Geschwindigkeit als darum, bei jedem Schritt konzentriert zu bleiben.

Nach dem langen Aufstieg des Vortages steckt die Belastung noch in den Beinen. Bergab werden Oberschenkel und Knie zusätzlich gefordert. Auch hier sind die Wanderstöcke besonders hilfreich.

Der Abstieg zeigt, dass Höhenmeter bergab auf dem Papier oft harmloser aussehen, als sie sich tatsächlich anfühlen. Während ein Anstieg anstrengend ist, verlangt ein steiler Abstieg über unebenen Untergrund mindestens ebenso viel Konzentration.

Danach wird die Strecke wieder etwas ruhiger. Wir wandern durch die hügelige Landschaft in Richtung Passail. Wälder, Wiesen, einzelne Höfe und kleine Straßen wechseln sich ab. Der Schöckl liegt langsam hinter uns, während vor uns das Almenland näher rückt.

Sonntagsverpflegung in Passail

In Passail wollen wir eine längere Pause machen und unseren Proviant auffüllen. Allerdings ist Sonntag. Die Geschäfte haben geschlossen und die Auswahl ist entsprechend überschaubar. In der „Pizzeria Passail“ bekommen wir einen Kebap. Gut, schnell und günstig.

Danach versuchen wir, bei einer geöffneten Bäckerei Niederl Proviant für den weiteren Weg zu kaufen. Am frühen Nachmittag ist dort allerdings nicht mehr besonders viel erhältlich. Wir bekommen noch einige Semmeln, die ohne Belag ziemlich trocken sind.

Spätestens hier wird uns klar, dass wir zusätzlich ein paar haltbare Aufstriche hätten mitnehmen sollen. Kleine Dosen mit Leber- oder Hendlpastete hätten kaum Platz gebraucht und aus den trockenen Semmeln eine brauchbare Jause gemacht. Unsere mitgebrachten Energie-, Müsli- und Eiweißriegel bleiben zunächst als Notration im Rucksack.

Die Unterkunft macht die Etappe länger

Ab Passsail geht’s wieder bergauf, wir sehen Regen- und Gewitterschauer in der Nähe, bleiben aber noch trocken – noch. Wir durchqueren mit etwas mulmigen Gefühl einige Weiden mit Kühen, können aber alle Herden bisher gut umgehen. Der klassische Abschnitt vom Schöckl endet im Bereich der Sommeralm. Für uns ist dort jedoch keine passende Unterkunft verfügbar. Deshalb müssen wir weitergehen – bis zu unserem gebuchten Airbnb direkt bei der Stoakoglhütte. Aus einer ohnehin langen Etappe werden dadurch mehr als 30 Kilometer. Auch nach Passail bleibt die Strecke fordernd. Es geht wieder bergauf, über Straßen, Forstwege und offene Almflächen. Von der Sommeralm führen die letzten 2 Kilometer entlang einer Asphaltstraße zur Unterkunft.

Am Ende stehen 30,75 Kilometer, 1.142 Höhenmeter im Aufstieg und 1.195 Höhenmeter im Abstieg auf der Uhr. Mit 9 Stunden und 38 Minuten Aufzeichnungszeit ist es ein ausgesprochen langer Wandertag.

Getränke aus dem Brunnentrog

Vor der Stoakoglhütte entdecken wir eine kleine Selbstbedienungsstation. Die Getränke liegen in einem Brunnentrog. Ganz kalt sind sie nicht mehr, aber nach mehr als 30 Kilometern ist das nebensächlich. In diesem Moment ist allein die Aussicht auf ein anderes Getränk als das inzwischen warme Wasser aus unseren Flaschen willkommen. Solche kleinen Selbstbedienungsstationen sind entlang des Weges besonders wertvoll, viele gibt es allerdings nicht.

Zweckmäßige Unterkunft mit unkompliziertem Check-in

Die Unterkunft ist zweckmäßig und für eine Nacht vollkommen ausreichend. Mit 85,- Euro für beide ist die Nacht auch recht günstig. Nach dieser Etappe suchen wir ohnehin keinen besonderen Komfort, sondern vor allem eine Dusche, ein Bett und einen Platz für unsere Ausrüstung. Die Schlüsselübergabe funktioniert über einen Schlüsseltresor. Das ist nach einem langen Wandertag angenehm, weil wir keine genaue Ankunftszeit einhalten müssen.

Mögliche Unterkunft: Stoakoglhütte Doppelzimmer via AirBnB, Almhaus Sommeralm, Pension Holzmeister

Etappe 3: Von der Stoakoglhütte über Straßegg nach Fischbach

Trotz der langen Etappe des Vortages fällt das Frühstück wegen der gestrigen Versorgungslage überschaubar aus. Eine Semmel und ein Eiweißriegel müssen reichen, bevor um etwa 7 Uhr gestartet wird. Von der Unterkunft bei der Stoakoglhütte findet sich ein Weg, auf dem die Wanderung ohne längeren Straßenabschnitt fortgesetzt werden kann.

Die ersten Kilometer führen über weitläufige Almwiesen. Die Landschaft ist offen, die Aussicht reicht weit über die bewaldeten Hügel des Almenlandes. Auf zahlreichen Flächen herrscht Weidebetrieb. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es mit den Rindern keine Probleme: Wo Tiere standen, konnte mit ausreichend Abstand ausgewichen werden.

Wenn die Rinderherde plötzlich näher kommt

Auf einer der Weiden ändert sich die Situation. Um einer größeren Herde auszuweichen, schlagen wir einen deutlichen Bogen ein. Zwei junge Ochsen beobachten uns zunächst, setzen sich dann aber in Bewegung und kommen näher. Wir gehen langsam zurück und suchen hinter einigen Bäumen Abstand. Die Herde folgt jedoch weiter. Schließlich befinden sich zwei Rinder trotz der Bäume in unmittelbarer Nähe. Die Situation fühlt sich nicht mehr sicher an.

Als nächster Rückzugsort bleibt ein Zaun. Vorsichtig gehen wir zurück, anschließend über den Stacheldraht auf die andere Seite. Die Weide wird danach großräumig durch den angrenzenden Wald umgangen. Die Begegnung geht glimpflich aus, bleibt aber im Gedächtnis.

Von den Almwiesen auf lange Waldwege

Nach den offenen Almflächen verändert sich das Gelände. Die breiten Almwege gehen zunehmend in Wald- und Forstwege über. Der Weg 06 ist meist gut zu erkennen, dennoch lohnt sich an einzelnen Abzweigungen ein zusätzlicher Blick auf die Navigation.

Die Strecke ist nun weniger aussichtsreich, dafür angenehm zu gehen. Die Höhenmeter verteilen sich gleichmäßiger als an den ersten beiden Tagen. Gleichzeitig gibt es nur wenige geeignete Rastplätze. Bänke sind auf diesem Abschnitt eher die Ausnahme.

Pilgerunterkunft und Wasser am Straßegg

Am Straßegg führt der Weg am Stroßeggwirt vorbei. Dort befindet sich eine einfache Pilgerunterkunft mit Lager. Das Gebäude und die Ausstattung wirken bereits etwas in die Jahre gekommen, für Wandernde erfüllt die Station aber weiterhin einen wichtigen Zweck.

Die Toiletten sind auch für Vorbeikommende geöffnet, außerdem können die Wasserflaschen aufgefüllt werden. In einem Kühlschrank stehen Getränke bereit. Zur Auswahl gibt es bei diesem Besuch allerdings nur alkoholisches Bier und Spritzer. Wir bleiben beim Wasser.

Bei einer der wenigen Bänke entlang der Strecke folgt eine Pause. Gegessen werden die letzte Semmel, ein Eiweißriegel und einige Nüsse. Viel Auswahl bleibt nicht mehr, doch für den restlichen Weg sollte der Proviant reichen. Erste Regentropfen fallen…

Regen bis Fischbach verändert den Etappenplan

Die Pause wird beendet, der Regenschutz aus dem Rucksack geholt und übergezogen. Aus den ersten Tropfen entwickelt sich anhaltender Regen, der uns für den restlichen Tag begleitet – phasenweise leicht, zwischendurch aber auch deutlich stärker.

Ursprünglich war geplant, dem Mariazellerweg 06 bis „Auf der Schanz“ zu folgen. Von dort wären nochmals rund sechs Kilometer entlang der Straße bis zur gebuchten Unterkunft in Fischbach notwendig gewesen.

Wegen des Regens fällt die Entscheidung anders aus. Statt über „Auf der Schanz“ zu gehen, folgen wir einer Beschilderung direkt nach Fischbach. Auch auf dieser Variante zeigt der Wegweiser noch ungefähr drei Stunden bis zum Ziel an. Nach unserer Einschätzung spart die direkte Route aber rund drei bis vier Kilometer beziehungsweise ein bis zwei Stunden Gehzeit.

Die Abkürzung erweist sich an diesem Tag als richtige Entscheidung. Der Regen hält an, die Wege werden nasser und die Sicht zunehmend schlechter. Spätestens jetzt zeigt sich, wie wichtig ein schnell erreichbarer Regenschutz ist.

Ersatzunterkunft im Restaurant und Hotel Zum Forsthaus

Das Tagesziel ist das Restaurant und Hotel Zum Forsthaus in Fischbach. Eigentlich wäre für diese Nacht ein Appartement näher bei „Auf der Schanz“ vorgesehen gewesen. Obwohl über Booking.com bereits eine bestätigte Reservierung vorlag, wurde diese Unterkunft laut Mitteilung wegen einer Doppelbuchung wieder storniert. Das war ein großes Problem, da einige andere Unterkünfte (wie auch die gebuchte) nicht stornierbar gewesen wären. Wirklich unfair, denn wir hätten Stornogebühren bzw. 100% des Preises bezahlen müssen, hätten wir storniert!

Das Forsthaus war die kurzfristig notwendige Alternative. Bei der Ankunft ist das Gasthaus geschlossen, der Hotelbetrieb aber geöffnet. Der Hotelier ist telefonisch erreichbar und übergibt unkompliziert den Schlüssel für das reservierte Zimmer.

Das Haus zählt zu den schönsten Unterkünften der gesamten Wanderung. Zimmer und Ausstattung machen einen sehr guten Eindruck, nach dem langen Weg im Regen kommt der Komfort besonders gelegen. Mit 177 Euro für die Nacht ist das Forsthaus allerdings auch die teuerste Unterkunft der sechstägigen Tour.

Mögliche Unterkunft: Forsthaus, Fischbachhof, Café Fasching, Hönighof

Proviant beim ADEG und Abendessen im Fischbacherhof

Da das Restaurant im Forsthaus geschlossen ist, muss für Verpflegung anderweitig gesorgt werden. Das Angebot beim Nah&Frisch im Ort entspricht an diesem Nachmittag nicht ganz dem Gesuchten. Deshalb geht es noch weiter zum ebenfalls geöffneten ADEG. Dort wird der Proviant für den nächsten Tag aufgefüllt.

Zum Abendessen fällt die Wahl auf den Fischbacherhof. Das Lokal erweist sich als ausgesprochen gute Entscheidung: Die Küche ist hervorragend, gleichzeitig bleiben die Preise vergleichsweise günstig.

Wie sich vor Ort herausstellt, wären auch die Zimmer im Fischbacherhof deutlich günstiger gewesen. Für eine künftige Planung ist das daher eine interessante Alternative – besonders dann, wenn nicht nur eine Übernachtung, sondern auch ein Abendessen im selben Haus gewünscht ist.

Am Ende zeigt die Garmin-Uhr für die dritte Etappe 24,06 Kilometer, 697 Höhenmeter im Aufstieg und 1.073 Höhenmeter im Abstieg. Die Strecke ist damit zwar kürzer als am Vortag, durch die Begegnung mit der Rinderherde und den anhaltenden Regen aber nicht weniger fordernd. Die direkte Route nach Fischbach erspart uns immerhin einige Kilometer auf der Straße.

Etappe 4: Von Fischbach über den Teufelstein nach Mitterdorf im Mürztal

Die vierte Etappe beginnt gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft. Um etwa 7:40 Uhr machen wir uns auf den Weg. Auf Empfehlung des Wirts vom Vortag wählen wir die etwas längere Route in Richtung Teufelstein.

Der Weg führt großteils über ruhige Wald- und Forstwege. Immer wieder fallen ein paar Regentropfen, richtig nass werden wir diesmal aber nicht. Dazwischen öffnen sich schöne Ausblicke über die bewaldeten Hügel und die umliegenden Berge.

Steiler Abstieg nach Mitterdorf

Die größte Herausforderung wartet am Ende der Etappe. Auf dem langen Abstieg ins Mürztal geht es rund 900 Höhenmeter nahezu durchgehend bergab. Der Weg ist stellenweise sehr steil und führt über Wurzeln, Steine und schmale Waldpfade.

Nach inzwischen vier Wandertagen ist dieser Abstieg besonders in den Oberschenkeln und Knien zu spüren. Die Wanderstöcke sind hier wieder eine große Hilfe. Trotz der vergleichsweise kurzen Strecke braucht der letzte Abschnitt viel Konzentration und kostet entsprechend Kraft.

Günstige Übernachtung in der Pension Austria

Unser Tagesziel ist die Pension Austria in Mitterbach. Die Zimmer befinden sich im oberen Stock einer Pizzeria. Im unteren Bereich riecht es stark nach Rauch, unser Zimmer ist aber sauber und ausreichend.

Wir bekommen zwei getrennte Einzelbetten. Badezimmer und WC liegen am Gang und werden mit drei weiteren Zimmern geteilt. Komfort darf man daher nicht zu viel erwarten, mit 70 Euro pro Nacht ist die Pension dafür eine vergleichsweise günstige Unterkunft.

Mögliche Unterkunft: Pension Austria, Konditorei Binder, Gasthof zur Post

Für die Verpflegung müssen wir diesmal nicht lange suchen. Ein SPAR befindet sich in direkter Nähe, dort kaufen wir unser Abendessen und den Proviant für die nächste Etappe.

Am Ende zeigt die Garmin-Uhr für die vierte Etappe 21,31 Kilometer, 783 Höhenmeter im Aufstieg und 1.189 Höhenmeter im Abstieg. Der Großteil der Strecke ist angenehm zu gehen, der lange und steile Schlussabstieg macht diesen Tag dennoch ausgesprochen fordernd.

Etappe 5: Von Mitterdorf über die Rotsohlalm zum Niederalpl

Der fünfte Tag beginnt regnerisch. Da mit rund 33 Kilometern die längste Etappe unserer Wanderung vor uns liegt, starten wir bereits um 6:40 Uhr. Die Regenjacken tragen wir von Beginn an.

Die ersten Meter führen durch Mitterdorf, anschließend geht es über Schotter- und Forstwege weiter. Später werden die Wege schmäler und gehen zunehmend in Waldpfade über. Rund dreieinhalb Stunden wandern wir bei kühlem und nassem Wetter. Kaum glauben wir, dass der Regen nachlässt, beginnt es erneut.

Erst im Laufe des Vormittags hört es endgültig auf. Trocken werden unsere Füße trotzdem nicht mehr. Viele Abschnitte führen durch hohes, vom Regen völlig durchnässtes Gras. Bei jedem Schritt streift das Wasser über Schuhe und Hosenbeine. Der Untergrund bleibt ebenfalls feucht und teilweise rutschig.

Vorbei an der geschlossenen Hundskopfhütte

Die Route führt über die mit 06A markierte Variante zur Hundskopfhütte und weiter in Richtung Pretalsattel und Rotsohlalm. Bei unserer Wanderung ist die Hundskopfhütte geschlossen, eine Einkehr ist daher nicht möglich.

Mit zunehmender Höhe hängen Nebel und Wolken zwischen den Bäumen. Die feuchten Waldwege, die schlechte Sicht und die vielen Höhenmeter machen das Vorankommen anstrengend. Später klart das Wetter langsam auf. Zwischen den Wolken zeigt sich stellenweise blauer Himmel und erstmals öffnet sich der Blick auf die umliegenden Berge. Nass bleiben die Wege und vor allem unsere Schuhe dennoch den ganzen Tag.

Keine Einkehr auf der Rotsohlalm

Erst am Nachmittag erreichen wir mit der Rotsohlalm die erste realistische Möglichkeit für ein Getränk. Wir setzen uns hin und warten rund 15 Minuten, werden jedoch nicht bedient. Eine mit dem Auto ankommende Gruppe wird hingegen sofort persönlich begrüßt.

Wir beschließen, nicht länger zu warten, gehen um die Ecke und suchen uns einen liegenden Baumstamm. Dort essen wir unseren mitgebrachten Proviant. Bequem ist diese Jausenstation nicht, dafür kostenlos – auch so kann man auf einer mehrtägigen Wanderung sparen.

Danach geht es wieder bergab und durch lange Waldabschnitte weiter in Richtung Niederalpl. Nach mehr als 30 Kilometern und über 1.500 Höhenmetern im Aufstieg werden die letzten Kilometer zunehmend mühsam.

Abendessen am Plodererhof und Transfer nach Aschbach

Schließlich erreichen wir den Berggasthof Plodererhof am Niederalpl. Wie bereits vorab telefonisch geklärt, gibt es dort kein reguläres Tagesgeschäft. Der Plodererhof ist außerdem ausgebucht, hat uns aber eine Pension „Haus Benesch“ um 90,- Euro im rund sechs Kilometer entfernten Aschbach vermittelt.

Mögliche Unterkunft: Plodererhof, Haus Benesch, Pension Schöggl, Waldhaus Mürzsteg

Bevor wir weiterfahren, bekommen wir am Plodererhof ein ausgezeichnetes Abendessen. Anschließend bringt uns das Taxi der Pensionswirtin nach Aschbach. Für Hin- und Rückfahrt bezahlen wir insgesamt 36 Euro – am nächsten Morgen werden wir wieder zum Niederalpl gebracht.

In Aschbach begrüßt uns Frau Käthe ausgesprochen herzlich. Nach einem kleinen Begrüßungsschnapserl beziehen wir unser uriges Zimmer. Nach fast zehn Stunden auf nassen Wegen ist vor allem eines wichtig: Schuhe ausziehen, Kleidung trocknen und die Beine ausstrecken.

Am Ende zeigt die Garmin-Uhr für die fünfte Etappe 33,35 Kilometer, 1.555 Höhenmeter im Aufstieg und 918 Höhenmeter im Abstieg. Mit einer Aufzeichnungszeit von 9 Stunden und 58 Minuten ist sie die längste Etappe unserer Wanderung. Der Regen endet zwar noch am Vormittag, das hohe nasse Gras sorgt aber dafür, dass unsere Schuhe bis zum Plodererhof völlig durchnässt bleiben.

Etappe 6: Vom Niederalpl nach Mariazell

Nach der längsten Etappe unserer Wanderung schlafen wir in Aschbach ausgesprochen gut. Um 7:00 Uhr wartet bereits das Frühstück bei Frau Käthe auf uns. Dazu gibt es einige Anekdoten aus ihrem Leben und eine Jause für den späteren Weg.

Auch um unsere nassen Wanderschuhe hat sie sich gekümmert. Über Nacht wurden sie mit Zeitungspapier ausgestopft und dadurch wieder weitgehend getrocknet. Pünktlich um 8:00 Uhr steht das Taxi vor der Pension und bringt uns zurück zum Niederalpl. Dort beginnt die sechste und letzte Etappe unserer Wanderung nach Mariazell.

Vom Niederalpl über die Skipiste

Die ersten Höhenmeter führen über die Skipiste am Niederalpl nach oben. Anschließend folgen wir einer Forststraße. Damit ist ein großer Teil des Aufstiegs bereits geschafft.

Über einen schmäleren Steig und durch den Wald geht es weiter. Später öffnet sich das Gelände und wir erreichen große Weideflächen. Mehrere Kuhherden stehen teilweise direkt auf dem Weg oder zumindest in unmittelbarer Nähe. Wirklich großräumig umgehen lassen sich diese Herden nicht.

Nach der unangenehmen Begegnung auf der Sommeralm sind wir entsprechend vorsichtig. Diesmal bleiben die Rinder aber deutlich ruhiger. Sie ignorieren uns beim Vorbeigehen weitgehend und es kommt zu keiner weiteren Begegnung.

Steiler Abstieg durch den Wald

Ab diesem Punkt führt die Etappe großteils bergab. Der erste Teil des rund 400 Höhenmeter langen Abstiegs ist noch einmal fordernd. Der Weg verläuft steil durch den Wald und führt über Steine und unebenen Untergrund.

Später erreichen wir eine Straße, auf der sich der Abstieg deutlich einfacher gehen lässt. Bei der Mooshuben legen wir eine Pause ein und stärken uns mit Getränken. Dazu essen wir die Jause, die uns Frau Käthe beim Frühstück mitgegeben hat.

Von hier liegen noch rund sieben Kilometer und etwa 200 weitere Höhenmeter vor uns. Der Weg wechselt zwischen Straßen und Waldabschnitten. Die letzten drei Kilometer führen entlang der Bundesstraße. Dieser Abschnitt ist landschaftlich weniger reizvoll, gehört aber zum Weg nach Mariazell dazu.

Ankunft in Mariazell

Schließlich taucht die Basilika zwischen den Häusern auf und wir erreichen nach sechs Tagen zu Fuß unser Ziel. Zunächst kaufen wir beim BILLA etwas zur Stärkung, danach beziehen wir unser Zimmer in der Magnus Klause. Die zentrale Lage ist für den Abschluss der Wanderung ideal. Mit 90 Euro für die Nacht ohne Frühstück liegt die Unterkunft preislich im Mittelfeld unserer Reise.

Am Abend spazieren wir noch durch die Straßen von Mariazell. In der Kerzengrotte zünden wir eine Kerze an. Bei Pirker kaufen wir Lebkuchen und einige kleine Erinnerungen an unsere erste Wallfahrt.

Als es wieder zu regnen beginnt, gehen wir zurück in unser Hotelzimmer. Diesmal stört uns das Wetter nicht mehr – das Ziel ist erreicht.

Am Ende zeigt die Garmin-Uhr für die sechste Etappe 19,69 Kilometer, 553 Höhenmeter im Aufstieg und 906 Höhenmeter im Abstieg. Mit einer Aufzeichnungszeit von 6 Stunden und 9 Minuten ist sie die kürzeste unserer sechs Etappen. Nach insgesamt 150,33 Kilometern, 6.075 Höhenmetern bergauf und 5.570 Höhenmetern bergab erreichen wir schließlich Mariazell. Insgesamt waren wir laut Garmin 47 Stunden und 4 Minuten unterwegs.

Mit Bus und Zug zurück nach Graz

Am nächsten Morgen kaufen wir unser Frühstück wieder beim BILLA. Danach gehen wir zum Busbahnhof in Mariazell. Mit dem Bus fahren wir zunächst nach Kapfenberg und steigen dort in den Zug nach Graz um.

Damit lässt sich die gesamte Wanderung ohne Auto absolvieren: In Graz beginnt die Reise mit der Bim zum Hilmteich, nach der Ankunft in Mariazell geht es mit Bus und Bahn wieder nach Hause.

FAQ zum Mariazellerweg 06 von Graz nach Mariazell

Bei der hier beschriebenen Einteilung auf sechs Tage zeichnete die Garmin-Uhr insgesamt 150,33 Kilometer, 6.075 Höhenmeter im Aufstieg und 5.570 Höhenmeter im Abstieg auf. Die gesamte Aufzeichnungszeit betrug 47:04:14 Stunden inklusive Pausen.

Der Mariazellerweg ist trotz technisch meist gut begehbarer Wege keine gemütliche Pilgerwanderung. Mehrere Tagesetappen überschreiten 20 Kilometer, zwei davon sogar 30 Kilometer. Besonders fordernd sind lange Abstiege, nasse Waldwege und die Kombination aus vielen Kilometern, Höhenmetern und Gepäck.

Die fünfte Etappe war mit 33,35 Kilometern und 1.555 Höhenmetern der längste und anstrengendste Tag. Aber auch die erste Etappe mit 1.345 Höhenmetern im Aufstieg ist alles andere als eine lockere Eingewöhnungsrunde.

Praktisch ist die Anfahrt mit der Bim bis zum Hilmteich. Von dort führt der Weg über die Basilika Mariatrost und St. Radegund auf den Schöckl. Damit beginnt die Wanderung direkt am Grazer Stadtrand, ohne dass für die Anreise ein Auto notwendig ist.

Von Mariazell führt die öffentliche Verbindung zunächst mit dem Bus nach Kapfenberg. Dort wird auf den Zug nach Graz umgestiegen. Die aktuellen Verbindungen sollten bereits vor der Wanderung kontrolliert und am Tag vor der Rückreise noch einmal überprüft werden.

Ja, unbedingt. Entlang des Weges gibt es vor allem rund um die Sommeralm und das Niederalpl nur wenige passende Unterkünfte. Kurzfristige Ausfälle oder Doppelbuchungen können zu erheblichen Umwegen führen.

In diesem Fall musste eine Unterkunft trotz verbindlicher Buchung storniert werden. Eine andere Nächtigung war nur durch einen zusätzlichen Taxitransfer zwischen dem Plodererhof und Aschbach möglich. Frühzeitiges Reservieren erspart daher viel Stress.

Pro Person sollten mindestens zwei Liter Wasser pro Tag eingeplant werden. Bei warmem Wetter oder besonders langen Etappen kann mehr notwendig sein. Wasserstellen, geöffnete Hütten oder Gasthäuser sind nicht durchgehend verfügbar.

Vor dem Aufbruch sollte deshalb geklärt werden, wo die Flaschen tatsächlich aufgefüllt werden können. Auf eine vermeintlich geöffnete Hütte sollte sich niemand verlassen.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es unter anderem in Passail, Fischbach, Mitterdorf im Mürztal und Mariazell. Öffnungszeiten müssen jedoch unbedingt berücksichtigt werden. Sonntags war in Passail zwar eine Pizzeria mit Kebap geöffnet, die Bäckerei hatte am frühen Nachmittag aber kaum noch Auswahl.

In Fischbach standen ADEG und Nah&Frisch zur Verfügung, in Mitterdorf ein SPAR. Auf der langen Etappe zum Niederalpl gab es dagegen keine verlässliche Möglichkeit, Proviant nachzukaufen.

Sinnvoll ist eine haltbare Reserve für mindestens zwei Tage. Bewährt haben sich Energie-, Müsli- und Eiweißriegel, Nüsse sowie haltbare Aufstriche. Letztere wären vor allem bei den trockenen Semmeln aus der Bäckerei in Passail hilfreich gewesen.

Die Notration sollte wirklich als Reserve betrachtet und nicht bereits am ersten Tag vollständig verbraucht werden.

Die gesamte Strecke wurde in Wander-Halbschuhen bewältigt. Bei einer neuerlichen Tour würden dennoch höhere Wanderschuhe gewählt. Nach vielen Kilometern werden die Füße müde und unkonzentrierter. Besonders auf steilen Abstiegen über nasse Wurzeln und lockere Steine können höhere Schuhe zusätzlichen Halt bieten.

Unabhängig vom Modell müssen die Schuhe gut eingegangen sein. Eine mehrtägige Wanderung ist nicht der richtige Zeitpunkt, um neue Schuhe erstmals ausführlich zu testen.

Für diese Strecke sind Wanderstöcke nahezu unverzichtbar. Sie helfen bei langen Anstiegen, geben auf rutschigen Waldwegen zusätzliche Sicherheit und entlasten bei den teils sehr steilen Abstiegen die Beine.

Besonders auf der vierten Etappe, auf der es am Ende rund 900 Höhenmeter über Wurzeln und Steine bergab geht, machen sich gute Stöcke bezahlt.

Ein gut sitzender Rucksack mit ungefähr 40 Litern Volumen bietet für eine sechstägige Tour ausreichend Platz. Die verwendeten Rucksäcke waren etwas zu klein, obwohl das tatsächliche Gewicht bei rund acht Kilogramm lag.

Entscheidend ist nicht nur das Volumen. Der Rucksack sollte bereits vor der Reise mehrmals vollständig gepackt getragen werden. So zeigen sich Druckstellen, schlecht eingestellte Gurte oder mögliche Schulterschmerzen noch rechtzeitig.

Kurze Trainingsrunden ohne Gepäck reichen nicht aus. Sinnvoll sind mehrere längere Wanderungen mit genau jenem Gewicht, das später auch auf dem Mariazellerweg getragen wird. Dabei sollte auch an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gegangen werden. Erst dann zeigt sich, wie Schultern, Rücken und Füße auf die dauerhafte Belastung reagieren.

Eine gute Regenjacke ist Pflicht. Zusätzlich sollten Kleidung, Elektronik und wichtige Dokumente innerhalb des Rucksacks wasserdicht verpackt werden. Ein Rucksacküberzug allein schützt bei längerem Regen nicht immer zuverlässig vor eindringender Feuchtigkeit.

Besonders wichtig ist zumindest ein trockenes Paar Reservesocken in einem eigenen wasserdichten Sackerl. Nasses hohes Gras kann die Schuhe auch dann vollständig durchnässen, wenn es längst nicht mehr regnet.

Zeitungspapier hat sich bestens bewährt. In der Pension in Aschbach wurden die nassen Schuhe über Nacht damit ausgestopft und waren am nächsten Morgen wieder deutlich trockener. Das Papier sollte bei Bedarf gewechselt werden. Auch herausgenommene Einlegesohlen erleichtern das Trocknen.

Direkte starke Hitze ist bei vielen Wanderschuhen keine gute Idee, weil sie Material und Verklebungen belasten kann.

Schnelltrocknende Funktionskleidung ist wichtiger als eine große Anzahl an Kleidungsstücken. Während der Tour musste die Kleidung zwei- bis dreimal ausgewaschen werden. Ein kleines Reisewaschmittel gehört daher ins Gepäck.

Auch im Sommer sollte zumindest ein langes Funktionsshirt, eine wärmende Fleecejacke und eine Regenjacke mitgenommen werden. Auf den Höhenlagen kann es bei Regen und Wind rasch kühl werden.

Kühlende Sportgels waren nach den langen Etappen besonders angenehm. Zusätzlich helfen trockene Kleidung, ausreichend Flüssigkeit und eine möglichst frühe Ruhepause. Blasen sollten bereits bei den ersten Anzeichen versorgt werden und nicht erst, wenn das Weitergehen schmerzhaft wird.

Pflaster, Blasenpflaster, persönliche Medikamente und eine kleine Sportcreme gehören deshalb griffbereit in die Wanderapotheke.

Auf den langen Etappen ist ein früher Aufbruch entscheidend. Bei über 30 Kilometern können Wetter, Pausen, nasse Wege oder kleine Umwege rasch zusätzliche Stunden kosten.

Auch die Frühstückszeiten sollten bereits bei der Reservierung abgeklärt werden. Ein Frühstück, das erst um 08:00 Uhr beginnt, kann bei einer sehr langen Tagesetappe bereits zu spät sein.

Der Weg 06 ist über weite Strecken markiert, manchmal kommt man aber zu Weggabelungen, bei denen die Richtung nicht klar ersichtlich ist. Auf unserer Garmin-Uhr lief stets ein GPS-Track mit. Abweichungen können durch die Lage der Unterkunft, gesperrte Wege, Wetter oder bewusst gewählte Varianten notwendig werden.

Besonders hilfreich ist die Navigation, wenn statt der offiziellen Route eine direkte Verbindung zur Unterkunft gesucht werden muss.

Auf mehreren Etappen werden bewirtschaftete Weideflächen durchquert. Meist blieben die Tiere ruhig, auf der Sommeralm näherte sich jedoch eine größere Herde. In solchen Situationen sind ausreichend Abstand, ruhige Bewegungen und langsames Zurückweichen wichtig.

Wenn eine sichere Passage nicht möglich erscheint, sollte die Fläche großräumig umgangen werden. Ein vermeintlich kurzer Umweg ist besser als eine riskante Begegnung innerhalb der Herde. Ratgeber: Die wichtigsten Regeln für den Umgang mit Weidevieh

Nein. Mehrere Betriebe entlang der Route waren geschlossen oder boten kein reguläres Tagesgeschäft an. Auch bei einer geöffnet wirkenden Hütte ist nicht garantiert, dass tatsächlich Speisen oder Getränke erhältlich sind.

Proviant und Wasser müssen deshalb so geplant werden, als gäbe es zwischen Start und Ziel keine Einkehrmöglichkeit. Alles, was unterwegs doch geöffnet hat, ist ein willkommener Bonus.

Die kompakte OM-5 II mit dem 12–45 mm f/4 hat auf der gesamten Wanderung gute Dienste geleistet. Auf der Capture Plate von Peak Design war die Kamera schnell griffbereit, ohne ständig im Rucksack verstaut werden zu müssen.

Auch bei Regen bewährte sich das wetterfeste System. Trotzdem sollten Kamera, Akkus und Ladegeräte bei längerem Niederschlag zusätzlich geschützt werden. Ein kompaktes Objektiv spart Gewicht und reduziert unnötige Objektivwechsel unterwegs.

Handy, Kamera, Garmin-Uhr und gegebenenfalls eine Powerbank müssen regelmäßig geladen werden. Ein kompaktes Mehrfachladegerät spart Platz und verhindert, dass mehrere einzelne Netzteile mitgetragen werden.

Alle Geräte sollten bereits beim Einchecken geladen werden. Nach einer langen Etappe wird das sonst schnell vergessen.

Eine kleine Bargeldreserve ist sinnvoll. Selbstbedienungskühlschränke, Taxifahrten oder kleinere Betriebe entlang der Strecke können nicht immer problemlos mit Karte bezahlt werden. Das Bargeld sollte wasserdicht und getrennt von den übrigen Wertsachen verwahrt werden.

Unterkünfte, Proviant und Wasser sind die drei entscheidenden Punkte. Wer früh reserviert, jede Tagesetappe hinsichtlich Einkaufsmöglichkeiten überprüft und ausreichend haltbare Verpflegung mitnimmt, erspart sich einen großen Teil der organisatorischen Unsicherheit.

Genauso wichtig sind ein gut eingestellter und zuvor getesteter Rucksack, eingelaufene Schuhe und Wanderstöcke. Kondition allein reicht für sechs aufeinanderfolgende Wandertage nicht aus – auch Ausrüstung und Tagesplanung müssen funktionieren.

Letzte Aktualisierung am 8.09.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API